Teil eines Werkes 
8 (1843)
Entstehung
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halbentblößten Schwerte; ſein Geſicht erſchien fürchter⸗ lich entſtellt vom Zorne und Verzweiflungsgrimm, die gebrochenen Augen, weit aufgeriſſen, ſtarrten uns an, als ſuchten ſie zwiſchen uns den Mörder, welcher ihm die breite Wunde geſtoßen hatte, die auf ſeiner linken Bruſt ſich gähnend geöffnet. Augenſcheinlich war er bei dem Ueberfalle im Nachtgewande aufgeſprungen ſich zur Wehr zu ſetzen, aber ſchneller hatte ihn der Feind durch und durch geſtoßen, und die Wunde verrieth, daß kein meuchleriſches Meſſer, ſondern ein gutes Ritterſchwert gegen ihn geführt worden. Jedoch der ſchreckenvollſte Anblick wartete noch auf uns, als wir uns von dem Verſuch, ihn aufzurichten und ſein Leben zu wecken zu der gräflichen Schlafſtelle wandten. Auch die gute Gräfin lag dort in ihrem Blute, todt in ihrer Jugend und ſchönſten Hoffnung, ohne Athem und Herzſchlag. Auch ſie ſchien zur Hülfe aufgeſprungen zu ſein, doch der ge⸗ wandte Mörder hatte auch ſie überraſcht, ein ſpitziger und langer Dolch ſtack in ihrem hohen, geſegneten Leibe, da liegt er noch auf dem Tiſche, wo ich ihn hingelegt, als ich ihn mit bebender Hand aus dem Leichnam ge⸗ zogen. Niemand vom Burggeſinde hat gewagt, die Hand an die blutigen Sachen zu legen.

Aber der zurückgelaſſene Dolch? Verrieth er den Verbrecher nicht? fragte Graf Thielo heftig bewegt, in⸗ dem er aufſtand.

Es war des Herrn eigene Hauswaffe, die auf dem Seſſel am Bette geruhet, antwortete Rüdiger.

Und was thaten die verſammelten Ritter? fragte heftiger der Herr.

Sie hielten ſtrenge Unterſuchung im ganzen Schloſſe nach Blutſpur an Kleid und Waffe; antwortete der