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Geburtstag der Gräfin hoch begangen, trotz der Nähe ihrer Niederkunft, und ſeit dieſe Thürme ſtehen, iſt viel⸗ leicht nicht ſolch Menſchenvolk zur Kriegszeit in dieſen Mauern geweſen, als damals ſich eingefunden zur Be⸗ luſtigung, und obgleich eine Menge der Edeln, die in der Nachbarſchaft wohnten, vor der Nacht zu Hauſe ge⸗ ritten, ſo reichten doch kaum Zimmer und Betten hin, den zurückgebliebenen Gäſten Ruheſtätten darzubieten. Spät nach Mitternacht wurde endlich Alles ſtill, und auch ich trug meine alten Gebeine auf das Lager; doch floh mich der Schlaf, und es ſchien mir mehre Male, als hörte ich Kriegslärm vor dem Schloſſe, ſo daß ich aufſtand, das Fenſter aufſtieß und den Thürmer auf dem Thorthurm anrief, befragte und ihm Wachſamkeit anbe⸗ fahl. Welch ein Morgen folgte dieſer Nacht! Ich hatte viel Grauenvolles erlebt in meiner Jugendzeit, als ich dem alten Gaugrafen, genannt die rothe Fauſt, folgte auf ſeinen Kriegszügen in Europia und den Landen der Heiden, aber ſolchem Gräuel war ich nirgend begegnet, und mein altes Herz muß eine Steinkruſte haben, daß es nicht brach vor dieſem Jammerbilde. Wie eine gel⸗ lende Glocke rief die Stimme der Zofe mich wach aus ſpätem Morgenſchlummer. Mord! tönte es durch die Gänge, und Mord! rief es in den Hallen. Ich taumelte auf und faßte nach dem roſtigen Flamberg. Hinaus ſtolperte ich, wo ſchon die fremden Ritter und heimiſchen Knechte, alle in verwirrten Morgenkleidern, manche kaum halb bedeckt zuſammen liefen. Der Zofe Zeter⸗ wort leitete uns nach dieſem Schlafgemach. Da dampfte Blutgeruch uns entgegen; dort auf jenem ſchwarzen Flecke lag neben dem Tiſche, auf dem das Lämpchen noch matt und ſterbend aufflammte, Graf Hermann, die Hand am


