Teil eines Werkes 
8 (1843)
Entstehung
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jenes eine Mal verlaſſen; wahrſcheinlich zog er es zur Wehr, aber der Mörder war flinker, als der arme Herr.

Der Graf ſetzte ſich auf einen Seſſel, und betrach⸗ tete das Eiſen mit tiefſinnigen trüben Blicken. Berichte mir, was Du weißt von der Geſchichte, befahl er, ich muß klar ſchauen darin, vielleicht bin ich gar beſtimmt, dieſen Stahl als Rächer zu führen.

Der Kaſtellan ſah ſich wie beſorgt ringsum, dann begann er: Graf Hermann, Euer Lehnsvetter, war ein wackerer Mann, aber wilden Blutes und heftigen Sin⸗ nes. Seine Gemahlin, Frau Emma, mußte oftmals mit Frauenklugheit wieder herſtellen, was ſeine augen⸗ blickliche Heftigkeit umgeriſſen. Ja, ja, das muß ich ſagen, hier, wie bald vor Gottes Throne. Er wandte ſich dabei mit ſeltſamer Geberde gegen die weſtlichen Fenſter hin, welche gerade von dem Stoße des Gewitter⸗ windes erklirrten. Schon mehre Jahre hatte die Ehe des gräflichen Paares gedauert, und keine Hoffnung auf einen Stammhalter war gekommen, und Herr Hermann verſank darob in einen Mißmuth, der ihn oft wochen⸗ lang aus dem Hauſe trieb, bei Jagd und in der Fremde ſeine Grillen zu verſcheuchen. Da ſegnete der Herr die⸗ ſes Ehebett, Frau Emma fühlte den Gruß der Hoffnung, und die erſten Flitterwochen ſchienen zurückgekehrt. Dieſe Burg wurde von da an ein weiter Saal der Luſt und ein Feld des Vergnügens, und wie die Zeit fortſchritt und die Gewißheit wuchs in ihr, häuften ſich auch die Feſttage und mit ihnen die Gäſte, und die Straßen von Alfeld und Hildesheim und Eimbeck wurden nicht leer von ritterlichen Hengſten und den ſanften Zeltern der Edelfrauen. So wurde auch der zweiundzwanzigſte