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Mord? Alſo doch wahr, was das Gerücht flüſterte, rief der Graf aus, und worüber mir keiner der neuen Bekannten zu Hildesheim Aufſchluß geben wollte!—
Der biſchöfliche Gauvogt war im Schloſſe und forſchte, aber es fand ſich nichts, was zur Entdeckung des ſcheuß⸗ lichen Frevels führen konnte, und da dachte man am Beſten zu thun, man verhülle die Schauerthat und über⸗ ließe dem allwiſſenden Richter die Blutrache, antwortete der Greis bebend.—
Herr Thielo trat indeß furchtlos in die Kammer, aber Schauder bewegten ihn ſichtlich, als ſein Auge um⸗ herfuhr. Da ſtand noch das geräumige rieſenhafte Ehe⸗ bett mit ſeinen vergoldeten Pfeilern und der hohen Kuppel durch feuergelbe Federbüſche verziert. Schwere Seidenvorhänge von dunkelrother Farbe umgaben den Torus des Winzenburger Geſchlechts, aber ein Theil derſelben flatterte gewaltthätig zerriſſen an den Pilaren. Die Kiſſen lagen unordentlich, und dunkele große Blut⸗ flecken ſchmutzten die weiße Leinewand, und ſelbſt auf dem getäfelten Fußboden ſchauderte das Auge zurück vor un⸗ heimlichen, dunkeln Stellen, die Gewalt und Mord zu ſchreien ſchienen. Zwei volle Rüſtzeuge hingen an der Wand zur Seite des Betts; ein Schwert, halb aus der Scheide gezogen, lag am Boden, ein roſtiger, langer und ſpitziger Dolch auf dem Seitentiſchchen; Weiberzeug und männliche Hauskleider füllten die nächſten Seſſel.
War dieſes das Mordgewehr? ſprach erſchüttert der Graf und hob das Schwert vom Boden auf. Und er⸗ kannte man den verruchten Thäter nicht an der zurückge⸗ laſſenenen Waffe?—
Nein, verſetzte der Kaſtellan, das da iſt Graf Her⸗ manns gutes Schwert geweſen. Ach! es hat ihn nur


