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noch ſo ziemlich Ordnung in dem ungethümen Völkchen erhalten hatte, und erinnerte ihn an das für den Abend beſtimmte Geſchäft, das Innere der Burg durchzugehen, und dem Beſitzer über Gelaß und Einrichtung Kenntniß zu geben. Einſilbig ſchritt der graue Wächter dem Herrn voran, und öffnete mit dem mächtigen Schlüſſelbunde jede der zahlloſen Pforten, und von der Thurmwarte bis zum feſten, unterirdiſchen Verließe, vom Trinkſaale bis zur Waffenkammer hatten die Beiden jeden Raum durchſchritten, und Lobſprüche floſſen überall von des Grafen Lippen, da nicht allein die Sicherheit, die Aus⸗ ſchmückung und Zweckmäßigkeit des Baues, ſondern vor⸗ züglich die Erhaltung und Sauberkeit an allen Orten ſeine Erwartung übertreffen mußte.
Vor einer Seitenpforte, welche zu einem der Flügel zu führen ſchien, blieb jetzt der Graf ſtehen, und ſah erwartend auf den langſam nachſchreitenden Diener. Zu
zweien Malen ſchon kamen wir an dieſer Thür vorüber, ſprach er verwundert. Warum öffneteſt Du nicht, und ſcheinſt auch jetzt zu zögern, Rüdiger?—
Mit traurigen Mienen blickte der Kaſtellan den Herrn an und entgegnete: Ihr thätet beſſer, Herr, Ihr ließet den Gang verſchloſſen, wie er blieb ſeit der Herrſchaft Tode. Er führt zu den ehemaligen Schlafzimmern, und wolltet Ihr ſie gegen meine Warnung betreten, ſo müßte ich bitten, ſelbſt aufzuſchließen, denn der Schlüſſel iſt zentnerſchwer in meiner Hand, und die zitternden Finger würden das Schlüſſelloch verfehlen.—
So gib! verſetzte der Graf unwillig. Dieſer Ort iſt abgelegen und heimlich, Niemand vom Geſinde wird uns hier begegnen, und ich ſuchte ſolch einen Platz, um Dinge mit Dir abzumachen, die mein Herz bedrücken.—


