Teil eines Werkes 
8 (1843)
Entstehung
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geſchlagen oder ihr etwas genommen, nicht der Hans oder die kleine Elſe; aber ſie iſt nicht geſcheit und ſie weinet um nichts! verſicherte treuherzig der Junker Aldo.

Aus dem Gebüſch kam ſie zu mir gelaufen, und bat mich mitzugehen, und den kleinen ſchönen Buben wieder zu ſuchen, der ihr davon geſprungen; ſfiel Katharina lächelnd ein. Ich ging mit dem Kinde in das wilde Roſengeſträuch; aber was ſie ſchreiend ſuchte, fand ſich

nicht.

Still Apollonia! ſprach der Graf dräuend zu dem wieder laut weinenden Töchterchen. Was ſoll der Lärm um nichts? Was iſt es mit dem Buben? Rede Du, mein geſcheiter Aldo.

Es iſt, wie Du ſagſt, um nichts! antwortete der Knabe mit offenen Blicken. Und er hat ja auch ver⸗ ſprochen, er wolle wieder kommen, und uns noch mehr der ſchönen Spiele lehren. Und wer? und wer? fragte der Vater ungeduldig. Als wir im Garten waren, fuhr der Knabe fort, wie es ſchien mit Aengſtlichkeit vor des Vaters Ungeduld, tief im Gebüſch, da kam ein Knabe zu uns, und bot uns die Hand und ſprach, er wolle mit uns ſpielen, aber wir ſollten Niemand ſagen davon. Und da lehrte er uns bunte Beeren pflücken und Kettlein davon binden, und machte uns Kronen von Blumenſchlingen, und zeigte uns, wie man mit bunten Steinchen nach einem Stöckchen würfe, und tanzte mit uns und erzählte vielerlei vom Himmel und Mährchen von böſen Leuten, und war ſo freundlich, daß wir ihm Alle gut wurden und gern mit ihm ſpielten, die kleine Apollonia aber am meiſten.

Und wie ſah der Bube aus und woher? ſiel der Graf neugierig ein.