Teil eines Werkes 
3. Bd. (1854)
Entstehung
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aufgekommen ſind und geblüht haben, in America Keime treiben und zur Ernte heranreifen werden. Oft während meines Aufenthaltes in America mußte ich an die Worte Ihrer Dogmatik in dem Artikel über die Zukunft des Herrn und die Vollendung aller Dinge denken, worin Sie ſagen:

Je mehr die Geſchichte ſich ihrem Schluſſe näh⸗ ert, mit um ſo größerer Eilfertigkeit bewegen ſich die Räder der Zeit, mit um ſo größerer Plötzlichkeit und Raſchheit, um ſo haſtigerem Wechſel verſchiedener Zu⸗ ſtände eilt die Entwicklung voran, und derjenige dürfte ſich ſehr täuſchen, der da glaubt, daß, weil in unſerem gegenwärtigen Weltzuſtand noch ſo Vieles zu thun übrig bleibt, was der Arbeit von Jahrhunderten be⸗ darf, darum das Ende noch ſehr fern ſein müſſe. Denn wenn der Herr will, kann dieß an einem inhaltreichen Tage gethan werden, und ohne einen ſolchen würde es nie gethan werden. Darum widerſtreitet es auch nicht der Schriftlehre, wenn wir uns das tauſendjährige Reich als einen ganz kurzen Zeitraum denken, als ei⸗ nen Tag, welcher in ſich eine Fülle und Herrlichkeit concentrirte, die ſonſt über die Dauer von Jahrhun⸗ derten verbreitet iſt*).

*) Man findet auch in Nordamerica, beſonders in den freien Staaten, allgemein die Ahnung und den Glau⸗ ben verbreitet, daß die Bevölkerung ein tauſendjähri⸗ ges Reich auf Erden erleben werde, und Andeutungen darauf trifft man oft in Reden, Schriften und Bildern, die von der Zeit ſprechen,wo das Lamm ruhig liegen wird neben dem Löwen, wo Jedermann friedlich im Schatten ſeines eigenen Weinbergs und Feigenbaums ſitzen wird u. ſ. w. Denn daß dieſes tauſendjährige Reich einen Zuſtand des höchſten materiellen Wohlſtands wie auch des höchſten innern Friedens und Vergnügens darſtellen werde, ſcheint allgemein angenommen zu ſein. Der Glaube daran iſt die Feuer⸗ oder Wolken⸗