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Das Leben Nordamericas deutet auf eine ſolche Beſchleunigung, eine ſolche Concentration der Fülle der Entwicklung im Guten und im Böſen. Die Größe und der Umfang dieſes Welttheils, der alle Zonen und Producte der Erde umfaßt, die Mannigfaltigkeit und Raſchheit der Communicationsmittel, welche dieſelben in Jedermanns Beſitz bringen, die Unbeſchränktheit der perſönlichen Freiheit, gränzenloſe Bahnen des Wett⸗ eifers, ja ſelbſt der nervöſe Character des Klimas und ſeine anſpornende Wirkung auf eine Volksrace, die ſich durch ihre angeborne Energie vorwärts treiben läßt und alle andern Völker auf ihrem Wege mitreißt, alles das beſchleunigt ihr lavinenartiges Fortſchreiten bis zum Tage des Gerichts. Denn ich habe es bereits ge⸗ ſagt, muß es aber hier noch einmal ſagen, wir haben von America kein Utopien, ſondern vielmehr einen Tag des Gerichts zu erwarten, eine Näherrückung der
ſäule, welche das Volk während ſeiner Wanverung und Arbeit leitet.
Die Mormonen legen unter allen Secten Americas das größte Gewicht auf die Erwerbung des„irdiſchen Paradieſes,“ und der Glanbe an dieſe ihre Zukunft dürfte ihre wahre Eingebung ausmachen, wie auchden Shlüſe zu ihrem Einfluß ſelbſt in fremden Ländern
ilden.
Mir will es ſcheinen, als ob das tanſendjährige Reich nicht da oder dort auf Erden, ſondern über die ganze Erde kommen müſſe, wenn einmal alle Länder der Erde Oceaniens zauberhafte Inſeln wie Sibiriens wilde Steppen und Wüſten durch Geiſt und Dampf ſo verbunden werden, daß kein Platz mehr fremd und un⸗ zugänglich bleibt, daß der große Menſch über alle herrſchen und auf jedem Punet das höchſte Menſch⸗ liche in der Menſchheit hervorrufen kann. Inzwiſchen mag Americas Volk ſeinen Glauben behalten.
Bremer, die Heimath in der neuen Wett. m. 34


