Teil eines Werkes 
3. Bd. (1854)
Entstehung
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in allen Staatsverfaſſungen und in dem geiſtigen Le⸗ ben der Vereinigten Staaten ſelbſt da, wo es noch durch zufällige Feſſeln gehemmt oder durch die alte Nacht verdüſtert wird.

Der Menſch, der Geſetzgeber dieſes Welttheils, trat da mit vollem Selbſtbewußtſein als Diener Got⸗ tes und als Geſellſchaftsmitglied auf. Die zwei ſind bei ihm wie eins. Das iſt ſeine Eigenheit, ſeine eigene Vollkommenheit. Seine Lebensregel iſt:Laß dein ganzes Leben Zeugniß bringen von deinem Glauben.

Viele von unſern Landsleuten erblicken in den Vereinigten Staaten nur ein Aggregat von unharmo⸗ niſchen Theilen, die zufällig zuſammengekommen ſeien und zufällig, ohne innere Nothwendigkeit, ohne orga⸗ niſchen Mittelpunkt zuſammenhängen.

Aber demjenigen, der etwas länger in den Ver⸗ einigten Staaten gelebt und Muße gehabt hat, über das Innere ihres Lebens nachzudenken, kann es nicht verborgen bleiben, daß ſie ein gemeinſam ſchaffen des und im höchſten Grad lebenskräftiges Princip in ſich haben, und dieſes iſt: das religiös⸗bürgerliche Be⸗ wußtſein.

Dieſes iſt es, was überall die Kirche erbaut, die Staatsinſtitutionen und die noch mächtigeren freien Vereine organiſirt, dieſes iſt es, was der Erziehung ihre Richtung gibt, den Charakter des Familienlebens beſtimmt, in der Literatur und in allen großen ſocia⸗ len Bewegungen ſich Bahn bricht, Alles mit dem Lo⸗ ſungswort der älteſten göttlichen Botſchaft:

Liebe Gott über Alles und deinen Rächſten gleich dir ſelbſt.

Nirgends auf Erden iſt wohl das chriſtliche Be⸗ wußtſein von wahrer Menſchenfreiheit ſo vollſtändig zum Durchbruch gekommen, wie in den Vereinigten Staaten; nirgends iſt die Lehre, daß die reine Reli⸗