Teil eines Werkes 
3. Bd. (1854)
Entstehung
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Am Bord des Atlantic befand ich mich auf ein⸗ mal in einem wahren Wirbel von alten und neuen Be⸗ kannten, Herren, die mir die Hand ſchüttelten und Ab⸗ handlungen ſchenkten, die ſie geſchrieben hatten; Frauen, die mir ſchöne Gaben überreichten; Bekannten, die mir Bekannte vorſtellten; lieben Freunden aus dem Norden und Süden, die mich hier überraſchen und mir Lebe⸗ wohl ſagen wollten, und wohin ich den Kopf drehte, wurde ich von Jemand geküßt. Ach, ich mußte froh ſein, als die Glocke die Freunde vom Schiffe wegwies und ich mich in meiner Cajüte verbergen durfte. Die letzten Geſichter, die ich ſah, waren die engelgleiche Eddy und der brüderliche, gute Marcus Spring. Her⸗ nach ſaß ich Stundenlang ſtill und unbeweglich da, aber in meinem Zimmer hatte Marcus ein Bouquet von ewig grünen Pflanzen und rothen und gelben Immortellen aus dem Garten bei Roſenhütte aufgehängt und daran eine Karte mit einigen mit Bleiſtift geſchrie⸗ benen Worten befeſtigt, und auf dieſes Bouquet ſah ich beinahe unverwandt, bis es gleichſam ſein ſaftgrünes Laub um mein Herz ſchlang, und dann wurde Alles ruhiger in mir.

Es war um die Mittagszeit, als wir abreisten. Gegen Abend ging ich auf das Verdeck, um der großen neuen Welt noch einen Blick zuzuwerfen. Da lag ſie am weſtlichen Horizont, dunkelgrün auf den blauen Waſſern, in einem großen Halbkreis, wie ein offener Schooß, ein ruhiger einladender Hafen. Wolken mit pfirſichweichen Farbenſchattirungen, vom dunkelſten Vio⸗ lett bis zum klarſten Gold und mildeſten Roſenroth, lagen in pittoresken Maſſen über ihr; Regenſchauer und Sonnenſtrahlen ergoſſen ſich befruchtend über ſie; die Sonne befreite ſich aus den Wolken und ſtrahlte immer heller, je tiefer ſie ſich gegen den Rand des Him⸗ mels ſenkte, wo das große Land lag. Dieß war das

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