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„Sie haben mir nie ein böſes Wort geſagt, Miſ⸗ ſis,“ antwortete das Mädchen.
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Sonntag den 5. Januar.
In Eile und Kürze einige Worte von gar man⸗ chen Dingen, die ich in dieſen letzten Tagen erlebt habe, beſonders zeſtern und heute.
Geſtern Vormittag beſuchte ich die Gefängniſſe der Stadt in Begleitung der Vorſteher und einiger ausge⸗ zeichneten Richter, die ſehr angenehme Herrn waren. Die äußere Haltung der Gefängniſſe ſchien mir gut. Ordnung und Sauberkeit herrſchten vor, wie überall, wo die anglo⸗amerikaniſche Race Geſetze ſtiftet. Von der innern Ordnung habe ich mir folgende Züge gemerkt.
Ich hatte einige Stuben beſucht, wo Frauenzim⸗ mer, die grober Verbrechen angeſchuldigt waren, bis auf Bekenntniß ſaßen. Ihre Kleidung zeugte von Um⸗ ſtänden, die weit über der Armuth waren, aber ihr Aus⸗ ſehen von der Herrſchaft gewaltſamer und unedler Lei⸗ denſchaften. Unter ihnen bemerkte ich beſonders eine Frau, die eines aus Eiferſucht begangenen Mordes an ihrem Mann verdächtig war, und ein ſehr freches übermüthi⸗ ges Weſen hatte. All dieſe Damen betheuerten ihre Unſchuld und klagten über Ungerechtigkeit. Sie hatten jede für ſich ein Stübchen, durften aber gemeinſchaft⸗ lich eine Piazza benützen, welche an der Mauer ent⸗ lang in den Hof führte. Auf dieſer Piazza ſaßen in einer Gruppe einige Negerweiber, die ſich an der her⸗ vorſtechenden Sonne wärmten. Sie ſahen ſo gut und friedfertig aus, beſonders hatten ein paar junge Mäd⸗ chen ein ſo deutliches Gepräge von Unſchuld und Gut⸗ herzigkeit, daß ich mit einiger Verwunderung fragte:
„Warum ſind dieſe hier? Was haben ſie Böſes gethan?“ Sie haben nichts Böſes gethan,“ antwortete man
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