Teil eines Werkes 
3. Bd. (1854)
Entstehung
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mir.„Ihr Herr hat für einen Mann, der Bankrott machte, Bürgſchaft eingegangen, und damit die Bürgen nicht ſeine Dienſtboten wegnehmen und in die Auction ſchicken, hält man ſie ſo lange eingeſperrt, bis er Ge⸗ legenheit bekommt ſie wieder zu ſich zu nehmen.“

„Sie ſehen,“ fügte einer der Richter hinzu,„daß man die Leute zu ihrem Schutze, um ihres Beſten willen hier eingeſperrt hat.“

„Wie lange können ſie da ſitzen müſſen?“ fragte ich, indem ich an den abſonderlichen Vortheil dachte,

den ſie von dem täglichen Umgang mit den„unſchul⸗ digen,“ der gröbſten Verbrechen angeklagten weißen Damen haben mußten.

„O höchſtens zwei bis drei Wochen, eine ganz kurze Zeit,“ antwortete der Richter.

Eines der jungen Negermädchen lächelte halb weh⸗ müthig, halb ironiſch.„Zwei Wochen 1“ ſagte ſie; „wir ſitzen bereits zwei Jahre da.“

Ich ſah den Richter an. Er ſchien etwas ver⸗ blüfft zu ſein.„O,“ ſagte er,„dieß iſt ein beſon⸗ derer, ein ſehr ungewöhnlicher Fall. Es iſt ein Aus⸗ nahmsverhältniß. etwas höchſt Seltenes.“ Und er eilte mich wegzuführen.

Wieder und immer wieder dieſe Ungerechtigkeit gegen Menſchen, deren ganze Schuld in einer dunkel⸗ gefärbten Haut beſteht.

Gleich nach dem Mittageſſen beſuchte ich das ka⸗ tholiſche Waiſenhaus für zweihundert kleine Mädchen, die von fünfzehn barmherzigen Schweſtern verpflegt werden— eine ſchöne und gut gehaltene Anſtalt. Kaum nach Hauſe gekommen, wurde ich in die fran⸗ zöſiſche Oper abgeholt. Man gab„Jeruſalem“ von Verdi und zwar recht gut. Die Primadonna, Ma⸗ dame D., ſteht bei dem Publikum in hoher Gunſt und verdient dieß durch ihre ſchöne Geſtalt, durch das Edle in ihrem Weſen und ihren ausgezeichnet muſikaliſchen