Teil eines Werkes 
3. Bd. (1854)
Entstehung
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Gaumen und ihre Zähne zu beſehen, wobei er nicht mehr Umſtände machte, als wenn man einem Schaf oder Pferd ins Maul ſieht. Wäre ich an ihrer Stelle geweſen, ich hätte ihn gewiß in den Daumen gebiſſen, ſo heftig erbitterte mich dieſes Benehmen, woran er jedoch offenbar ebenſo wenig Anſtößiges ſah, als ſie ſelbſt. Dieß iſt nun einmal Sitte und Brauch hier zu Land. Meine Fragen an dieſe armen Menſchen beſchränkten ſich hauptſächlich auf ihre Herkunft. Die Meiſten kamen von Miſſouri und Kentucky. Da ich beſtändig von dem Sklavenwächter begleitet wurde, ſo konnte ich keine biographiſchen Notizen verlangen und jedenfalls durfte ich mich auf die Wahrheit derjenigen, die ich hier hätte erhalten können, nicht verlaſſen.

In einem andern dieſer Sklavenhäuſer ſah ich einen Mann, deſſen Ausſehen und Ausdruck ich nicht vergeſſen würde, und wenn ich noch hundert Jahre lebte. Er ſchien der Herr der Sklaven zu ſein, und mein Begleiter bat ihn für mich und ſich um Erlaub⸗ niß, ſeine Sklaven zu ſehen. Er willigte ein, aber mit einer Miene und einem Blick auf mich, als hätte er mich zerreiben wollen. Er war ein Mann von un⸗ gewöhnlicher Körpergröße und Schönheit. Seine Ge⸗ ſtalt war herkuliſch und der Kopf war ſeinen Zügen nach ein Jupiterskopf; aber die Majeſtät und Milde waren hier in eine Härte verwandelt, die wahrhaft ſchrecklich war. Ebenſo gut könnte man zu einem Fels von Recht und Menſchlichkeit reden, als zu dieſem Mann. An dem ſtarren Ausdruck der dunkelblauen Augen, an den feſt zuſammengepreßten Lippen erſah man, daß er ſeinen Fuß auf ſein eigenes Gewiſſen geſetzt, mit allem Zweifel und Zögern abgeſchloſſen und Himmel und Hölle Trotz geboten hatte. Er mußte durchaus Geld haben. Hätte er in ſeiner ſtarken Hand das ganze Menſchengeſchlecht erdrücken können, um es in Geld zu verwandeln, ſo würde er es mit Vergnügen gethan

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