kommt dann auf beiden Seiten ſchweigend überein, alles Alte zu vergeſſen und das Leben wieder neu
anzufangen. Die Frauenzimmer der haute volée gehen an die⸗
ſem Tag nicht aus, ſondern ſitzen in großer Gala in ihren mitten am Tage zierlich beleuchteten Salons, um die Herren zu empfangen, die nichts als Beſuche und Complimente zu machen haben. Ich habe mir ſogar ſagen laſſen, daß ſchon mancher junge Herr, der mit einer großen Anzahl von Bekanntſchaften geſegnet war, ſich an dieſem Tag durch unaufhörliches Herumfahren von Haus zu Haus und dadurch, daß er vom frühen Morgen bis in die ſpäte Nacht manches Hundert Treppen auf⸗ und abſteigen mußte, eine Krankheit an den Hals geſprungen habe.
Eine freundliche Familie von meinen neuen Freun⸗ den in New⸗Orleaus lud mich ein, dieſen Tag bei ihr zuzubringen, um das fröhliche Schauſpiel zu ſehen. Aber das würde mich ermüden, ohne mir gleichwohl das zu geben, was ich am Neujahrstag bedürfte. Wenn es hier ein ächtes indianiſches Buſhkitu gäbe, ſo möchte ich gerne dabei ſein, um zu vergeſſen zu ſuchen. Ich möchte dafür gerne in den Miſſiſippi hinabtauchen, wenn ich nur gewiß wäre, wieder heraufzukommen!... Die Tieſe der Gnade Gottes wird mein Buſhkitu ſein. Und jetzt, während das Wetter zankt und weint, wäh⸗ rend die galante Welt Beſuche und Complimente macht, während artige Cavaliere ſich in dem ſchönen Lächeln und den gasbeglänzten Salons eleganter Damen ſonnen, will ich in meiner guten Ruhe Dir von den Auftritten der letzten Tage, vom Sklavenmarkt und einer Sklavenauktion, der ich in New⸗Orleans beige⸗ wohnt habe, erzählen. Ich ſah nichts beſonders An⸗ ſtößiges daran, außer— das Ganze; und ich kann mich einer Art von Verwunderung darüber nicht er⸗ wehren, daß ſolche Dinge und Vorfälle in einer Ge⸗
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