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Tag war der letzte große Reinigungstag. Da gingen die Männer auf eine Anhöhe am Fluß, ſtürzten ſich köpflings hinab und tauchten zu wiederholten Malen tief unter. Sodann kamen ſie herauf und zogen ihre Alltagskleider, ihre gewöhnlichen Sitten und Beſchäf⸗ tigungen wieder vor. Aber das Merkwürdigſte iſt, daß nach dieſer Zeit Alles, was vor derſelben vor⸗ gefallen war, angeſehen werden ſollte, als wäre es nicht geſchehen. Alle Beleidigungen, alle größere und kleinere Mißhelligkeiten zwiſchen den Mitgliedern der Nation ſollten vergeſſen, der Menſch und das Leben ſollte als neugeboren betrachtet werden. Wer nach dieſer Zeit an etwas Unangenehmes erinnerte, das vor ihr eingetreten war, oder wer heimlichen Haß oder Unverſöhnlichkeit zeigte, mußte Buße bezahlen. Der Buſhkitu kam jedes Jahr wie ein Verſöhnungs⸗ und Erneuerungsfeſt. Wie herrlich, wenn in dieſem india⸗ niſchen Lethe auch alle bitteren Erinnerungen ertränkt werden könnten! Aber wer wird läugnen, daß Bnſh⸗ kitu mit ſeinem innern Willen und ſeiner äußern Arbeit eine gute Hülfe dazu ſein könnte?
Uns civiliſirten Menſchen thäte es Noth, von den Wilden ihr Buſhkitu zu erben.
In den Vereinigten Staaten, beſonders in ihren großen Städten, herrſcht eine Sitte, die ihren Ur⸗ ſprung möglicher Weiſe von dem Verſöhnungsfeſt der Indianer hat und in New⸗York und New⸗Orleans in ihrer Blüthe ſtehen ſoll. In dieſen Städten betrachtet man nämlich den Neujahrstag als eine Art von Ver⸗ ſöhnungs⸗ und Wiedergeburtstag. Die Neujahrsbeſuche ſind die Mittel dazu. Wenn im Verlauf des Jahrs irgend ein kleiner Groll zwiſchen zwei Menſchen oder zwei Familien entſtanden iſt, wenn ſie aufgehört ha⸗ ben, einander zu ſehen oder mit einander zu ſprechen, ſo iſt ein Beſuch am Neujahrstag genügend, um ohne weitere Erklärung Alles wieder gut zu machen. Man


