Teil eines Werkes 
2. Bd. (1854)
Entstehung
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nehm mit einer redſeligen originelleu Dame(eine ziem⸗ lich ſeltene Geſtalt unter den Damen der neuen Welt). Mrs. D. iſt weltlich, aber geiſtreich und außerordentlich eigenthümlich; ſie macht nicht viel Umſtände mit der Welt, ſondern hat den Muth, gleich ihr Capricen zu haben, auch in der Kleidung. Und ihre rothe Sammt⸗ bluſe, die ohne Gürtel wie ein Mantel ihre Geſtalt umfloß, mag dieß nun in der Geſellſchaft paſſen oder nicht paſſen, paßte vortrefflich für ihre hohe kräftige Figur, die darin wahrhaft königlich ausſah und für mich eine erquickende Erſcheinung war. Dank Mrs. Duncan!

Wenn es ſich heute Nachmittag oder morgen auf⸗ klärt, will Mr. Harriſon mich auf den Sklavenmarkt führen, der zu den großen Sehenswürdigkeiten der fröhlichen Stadt gehört. Ich beginne jetzt zu ahnen, warum ich den Miſſiſippi hinabfahren, warum ich nach Neu⸗Orleans kommen mußte.

Den 27. Dezember.

Drei Tage lang kaltes Regenwetter in Neu⸗ Orleans und heute iſt es noch ſchlimmer, als in den vorhergehenden Tagen, denn es regnet und ſchneit zu⸗ gleich und iſt dabei kalt. Aber ich befinde mich wohl, mein Herzchen. Ich pflege mich in meinem gemüth⸗ lichen heiteren Zimmer und habe heute wieder einen jener innern Frühlingstage, die mich zuweilen mitten im Winter mit überwallendem Frühlingsleben über⸗ raſchen, wo Alles in meiner Seele ſich in einem geiſti⸗ gen Sonnenſchein bewegt, wächſt und blüht; wo alle Gedanken in Blüthen ausſchlagen, ſich verbinden, ſich gleichſam mit einander vereinigen, auf eine Art, die mich ſelbſt überraſcht und entzückt; wo Kopf und Bruſt zu eng ſcheinen für die Gefühle und Ahnungen, die ſich darin bewegen und ſich gleichſam einen Weg hin⸗