Teil eines Werkes 
2. Bd. (1854)
Entstehung
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befinden, und überdieß zu Zeiten, die mir nicht paßten: als ich fand, daß ich für all dieſe Herrlichkeiten drei Dollars täglich bezahlen ſollte, ohne mir dadurch ein angenehmes Stündchen zu verſchaffen, da ließ ich es mir angelegen ſein, eine andre Wohnung zu ſuchen.

Und eine andre Wohnung erhielt ich bald durch die gütige Fürſorge meines freundlichen Landsmanns, des Herrn Carl Schmidt, eines Bruders vom Juſtiz⸗ rath. Heute früh führte mich Harriſon bei rauhem Regenwetter dorthin.

Ich wohne jetzt in einem einfachen boardinghouse (Koſthaus) bei einer ehrſamen Wittfran. Ich habe ein großes ſchönes Zimmer mit Teppich und Kamin und zwei großen Fenſtern, die auf einen mit jungen noch grünen Bäumen bepflanzten Markt hinausſehen, in deſſen Mitte ein grüner Plan iſt. Er heißt Lafayette Square und iſt ein ſchöner ſehr ſtiller Platz. Ich fühle mich ganz glücklich über meine neue Wohnung, für welche ich nebſt der Koſt blos zehn Dollars wöchent⸗ lich bezahle, was in Neu⸗Orleans wohlfeil iſt.

Im Hotel Saint⸗Charles machte ich die Bekannt⸗ ſchaft einiger Perſonen, die für mich in Zukunft mehr als bloße Bekannte ſein werden; es iſt Mr. und Mrs⸗ Geddes. Sie ſind von Cincinnati, leben aber wie Mr. Harriſon den Winter über in Neu⸗Orleans, wo die Herren Geſchäfte machen. Harriſon hatte mich darauf vorbereitet, daß Mrs. Geddes mir wohlgefallen würde.

Als ich am Morgen nach meiner Ankunft zum Frühſtück in den großen Speiſeſaal hinabging, war noch Niemand da und ich nahm mir vor, die Freun⸗ din meines neuen Freundes unter den Ankommenden zu errathen.

Ich ſah die Damen eine um die andere hereinkom⸗ men, alle mit Kleidern, die hoch bis an den Hals gin⸗ gen, mit kleinen Krägen, bloßem Haar, ſämmtlich ge⸗ kleidet, als wären ſie in eine Form gegoſſen; alle