Teil eines Werkes 
2. Bd. (1854)
Entstehung
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Neu⸗Orleans(Louiſiana), Lafayette Square, den 25. Dezember.

Weit im Süden, aber ohne Sonne, wenigſtens für den Augenblick. Aber ſie leuchtete klar über unſre An⸗ kunft in der Halbmondſtadt(the Crescent-City), die ſich halbmondförmig auf einer breiten niedern Land⸗ zunge zwiſchen dem Miſſiſſippi und dem Pontchartrain ausbreitet, einem großen Binnenſee, in welchen die Waſſer des Mexikaniſchen Meerbuſens eindringen.

Nicht weniger als drei Dampfboote waren kurz vor unſrer Ankunft in die Luft geſprungen; eines von ihnen war ganz neu und auf einer Luſtfahrt begriffen. Es hatte mehrere vermögliche Männer von Neu⸗Orleans an Bord. Viele Paſſagiere ſind ſchwer beſchädigt wor⸗ den. Einige ſind dabei umgekommen.

Aber unſre Arche Noä hat uns mit heiler Haut an den Strand getragen und alles Gethier mit uns.

Der Hafen, wo wir einliefen, war ſchön und ein⸗ ladend in ſeiner weiten Neumondsform. Aber die Rhede war ziemlich ſchmucklos, das Kai war von Holz und ſchlecht gebaut.

Am Arm meines getrenen Caballero Harriſon ſtieg ich ans Land und ging auf ein prächtiges Gebäunde, dem römiſchen Pantheon ähnlich, zu, das weiß ſtrahlte mit ſeinen maſſiven Säulen, jedoch nicht von Marmor, ſondern von Gyps. Es war das Hotel Saint⸗Char⸗ les, und hier ſollten wir für den Anfang wohnen.

Aber als ich fand, daß ich für ein kleines kaltes Stübchen mit einem ungeheuren Bett darin, drei Trep⸗ pen hoch; ferner für das Recht mich im großen Salon aufzuhalten, wo ich nicht ſein wollte, wenn ich es ver⸗ meiden konnte, und für das Recht, eine Menge Speiſen zu eſſen, die ich nicht eſſen konnte, ohne mich übel zu