bänke und grüne Inſeln in dem Fluß. Sein Waſſer iſt klarer, die Sonne ſcheint. Die Landſchaft an den Ufern iſt freundlich und mild. Plantagen, Pome⸗ ranzenhaine, weiße Sklavendörfer auf grünen Feldern. Großartige Ausſichten unter ſommermildem Himmel. Der Fluß iſt voll von Dampfbvoten und größeren und kleineren Fahrzeugen aller Art. Wir nähern uns der fröhlichen Stadt New⸗Orleans.
Heute wollte ich mit unſerer Proviantmeiſterin (stewardess), einem hübſchen gutmüthigen Mulatten⸗ mädchen, etwas ſprechen. Ich traf ſie in ihrer kleinen Cajüte, wo ſie häufig ein großes AB6 ſtudirte. Ich hatte ſie ſchon vorher einigemal auf dieſelbe Art be⸗ ſchäftigt geſehen.
Der Proviantmeiſter, ſagte ſie, habe ihr verſpro⸗ chen ſie leſen zu lehren, aber im Geheimen. Er könne leſen, er. Sie ſehnte ſich ſo ſehr leſen zu können. Eines Tags traf ich ſie allein in unſerm Salon, wo ſie vor der aufgeſchlagenen Bibel ſtand, die immer dort auf dem Tiſche liegt. Ich fragte ſie, was ſie mache.
„O dieſes Buch!“ antwortete ſie.„Ich wende ſeine Blätter um und um, und ich möchte ſo gerne verſtehen können, was darauf ſteht. Ich verſuche es immer wieder;— es würde mich ſo glücklich machen! Aber ich kann nicht leſen!
Wir nähern uns Neu⸗Orleans„der fröhlichen Stadt“. In ein paar Stunden ſind wir dort. Alle Thiere in unſrer Arche Noä laſſen ihre Töne ver⸗ nehmen.


