Teil eines Werkes 
2. Bd. (1854)
Entstehung
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Sklaven und ihre Aufſeher über die Felder hinziehen. In der menſchenfreundlichen Gemüthsſtimmung, von welcher ich ſoeben geſprochen habe, ſagte ich zu meinem Nachbar:

Dieß iſt kein heiterer Anblick, und gleichwohl iſt in dieſem Leben(der Sklaven) vermuthlich mehr Glück und Wohlbefinden, als man ſich gewöhnlich vorſtellt.

Der Pflanzer wandte ſein ſchönes Haupt mit einem Blick gegen mich, den ich nie vergeſſen werde; es lag Ueberraſchung, beinahe Vorwurf und eine tiefe Weh⸗ muth darin.

O, ſagte er mit leiſer Stimme,Sie wiſſen nicht, was auf dieſen Ufern vorgeht, ſonſt würden Sie nicht ſo denken. Hier iſt viel Gewalt und viel Leiden. Um dieſe Zeit beſonders und überhaupt von der Zeit an, wo die Baumwolle zum Pflücken fertig wird, geſchehen große Grauſamkeiten auf den Plantagen in dieſer Gegend. Es gibt hier Plantagen, in welchen die Peitſche in dieſen Monaten niemals ruht. Sie kön⸗ nen ſich von einem ſolchen Peitſchen keinen Begriff machen.

Ich will hier die Sceue nicht wiederholen, die der Pflanzer vor mir enthüllte, und was er mehr als vier⸗ zehn Jahre lang von Gewalt, Grauſamkeiten, und Lei⸗ den in dieſen Gegenden geſehen hatte; Abſcheulichkeiten, die ihn zuletzt ſoweit getrieben, daß er ſeine Plantage verkaufte und für immer die Sklavenſtaaten verließ. Ich will blos einige von den Worten des redlichen Mannes anführen*):

*) Aber ich würde ſie wohl jetzt nicht veröffentli⸗ chen, wenn ich nicht wüßte, daß er vor allen Unan⸗ nehmlichkeiten geſchützt iſt, die ſeine Aufrichtigkeit ihm möglicher Weiſe zuziehen könnte, wenn ich nicht durch meine Mittheilung ſeinen letzten Willen und einen noch höhern Willen zu erfüllen glaubte.