Teil eines Werkes 
2. Bd. (1854)
Entstehung
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ſondern mit dem Gefühl, eine der jungen Mütter der Menſchheit zu ſein.

Und ich kenne kein ſchöneres Bild. Solche junge Weiber ſind die wahren Romanheldinnen unſerer Tage.

Als ich fragte, woher die liebliche Jungfrau ihre Kraft und milde Anmuth, ihr hohes Gefühl vom Adel des Lebens und vom Ziele der Menſchheit ge⸗ ſchöpft hatte, da erhob ſich in holder, aber ernſter Schönheit das Bild ihrer dahingegangenen Mutter.

Ich erinnere mich erzählte ſie eines Abends, als wir zur Dämmerungszeit in einer Cauſeuſe ſaßen ich erinnere mich, wie ſie, als ich noch ein kleines Mädchen war, Morgens mit mir auszugehen und über die grünen Hügel hin zu ſpazieren pflegte, wenn der Thau noch im Gras glänzte, wie ſie mir dann die kleine Kleeblume auf dem Feld zeigte, die mein Fuß zertrat, wie ſie mir die Vollkommenheit derſelben aus⸗ einanderſetzte und mich koſten ließ, wie reich ſie an Honigſaft war.

Klare Perlen glänzten in den ſchönen Augen der Erzählerin. Die kleine Kleeblume hatte ihr Haupt er⸗ hoben. Sie war Menſch geworden.

Ich ſah Powers Amerikanerin vor mir, aber

nicht blos in Marmor, ſondern leibhaftig und

lebendig.

Meine andere angenehme Bekanntſchaft an Bord iſt ein Herr zwiſchen vierzig und fünfzig Jahren, mit einem jener reinen ſchönen Geſichter, zu denen man nothwendig Vertrauen faſſen muß: er erinnert durch ſeine Offen⸗ heit und ſeinen Ernſt an unſern König Guſtav II., obſchon ſeine Miene einen weniger kriegeriſchen Ausdruck hat. Mein neuer Freund hat etwas Phlegmatiſches und Contemplatives. Seine Unterhaltung gewährt mir un⸗ gemeines Vergnügen. Erſchrick nicht, wenn ich Dir ſage, daß er lange als Plantagenbeſitzer und Sklaven⸗