Teil eines Werkes 
2. Bd. (1854)
Entstehung
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Sein hochmüthiger Eigenſinn und Stolz hatte ſich in düſtere Melancholie verwandelt und ſeine Ge⸗ ſundheit begann im Kampf mit Widerwärtigkeiten al⸗ ler Art zu leiden. Ein bösartiges Fieber verzehrte ihn, zumal da ihm die erforderliche Pflege gänzlich abging. Sein kleines Heer war jetzt auf 300 Mann zuſam⸗ mengeſchmolzen.

Als er das Herannahen des Todes verſpürte, be⸗ rief er die Ueberreſte ſeiner getreuen Begleiter, die ihm bis zum letzten Augenblick gehorchten, um ſich und er⸗ nannte ſeinen Nachfolger.

Tags darauf ſtarb ex. Seine Soldaten verkün⸗ deten ſein Lob, indem ſie ſeinen Verluſt betrauerten. Die Prieſter ſangen über ihm das erſte Requiem, das an den Waſſern des Miſſiſippi gehört wurde. Um ſeinen Tod zu verbergen, legte man ſeine Leiche in einen Mantel, und in der Tiefe der Nacht trugen ſie ihn hinaus auf den Miſſiſippi und ſenkten ihn ſchwei⸗ gend in die Mitte des Stromes hinab.

Es war jetzt wieder Mai, und der Frühling brach herrlich auf über den Miſſiſippi, aber Soto brach nicht mehr auf, um ſich daran zu erfreuen.

Der Entdecker des Miſſiſippi, fügt ſein Bio⸗ graph hinzu,ſchlief unter den Waſſern deſſelben. Vier Jahre war er gewandert, er hatte einen großen Theil des Continents durchzogen, um Gold zu ſuchen. Und er hatte nichts ſo Merkwürdiges gefunden, wie die Stelle für ſein Grab.

Pater Marquette, der am Fuß des Altares ohne Krankheit und Kummer nach einem Leben voll fried⸗ licher Eroberungen und ununterbrochenen Glückes ent⸗ ſchlummert, und Ferdinand von Soto, der langſam unter Moräſten und Widerwärtigkeiten dahin ſtirbt, das ſtolze Herz zerfreſſen von den Dämonen der Be⸗

kümmerniß und Demüthigung welche Gemälde!