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mit Ehre und Schätzen überhäuft. Der König ernannte ihn zum Gouverneur von Cuba. Sein ſtolzes ehrſüch⸗ tiges Gemüth verlangte mehr. Bethört von falſchen Propheten und zuvörderſt von ſeinem eigenen Herzen, verlangte er auf eigene Koſten eine Expedition auszu⸗ rüſten, die von Florida aus in Nordamerika eindringen und dort noch reichere Schätze und ſchönere Länder für Spanien erobern ſollte, als man in Mexiko und Peru gefunden. Und bei ſeinem eigenen feſten Glauben an das glückliche Unternehmen vermochte er eine ſolche Begeiſterung dafür hervorzurufen, daß große Schaaren von Spaniens reichen Jünglingen herbeiſtrömten, um ſich unter ſeinen Befehl zu ſtellen. Sie verkauften ihre Weinberge, ihre Häuſer, ihr Geſchmeide, um koſtbare Rüſtungen, Waffen und Pferde zu kaufen. Unter den Vielen, die ſich zu der neuen Entdeckungsfahrt bereit erklärten, wählte Soto eine Schaar von ſechshundert jungen Männern aus, waghalſig, unternehmend. ſtolz gleich ihm ſelbſt.
Nichts war prächtiger als der Anblick der Landung dieſer ſtolzen Cavaliere auf dem Ufer der neuen Welt⸗ als ſie ihre Fahnen und Standarten im Winde flattern ließen, in Floridas mildem Wind, ſo voll von Jugend⸗ leben und berauſchendem Lebenselixier. So galoppir⸗ ten ſie in glänzenden Rüſtungen und mit den koſtbarſten Seideſtoffen bedeckt auf dem Ufer zwiſchen dem Meer und dem unbekannten Lande hin, das ſie ſich voll von Gold und großen Städten dachten.
Ferdinand von Soto, der ſich und den Seinigen die Möglichkeit eines durch Wankelmuth oder Furcht verurſachten Rückzuges verſperren wollte, ſchickte ſeine Schiffe nach Cuba zurück und drang mit ſeinen Kriegern in die Wildniſſe der neuen Welt. Sie hatten alle Ar⸗ ten von Waffen und Werkzeugen bei ſich, wie auch Ket⸗ ten und Bluthunde für die Eingebornen.
Dieß geſchah im Mai des Jahrs 1539.


