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deſte Religionskenntniß gehabt. Jetzt ſchrieb er eine vortreffliche Hand und das Leſeu war ſein größtes Vergnügen. Er ſollte jetzt bald das Gefängniß ver⸗ laſſen, und zwar verließ er es als ein kenntnißreicher und beſſerer Menſch, als er bei ſeiner Ankunft geweſen war. Seine Geſichtsbildung deutete eine rohe Natur an, aber er hatte jetzt einen ſehr guten Ausdruck und ſeine Stimme und Worte verkündeten die Verwand⸗ lung der Natur. Ein anderer Gefangener hatte mit artiſtiſchem Sinn ſeine gelle ausgemalt und eine Laube in den Gang gepflanzt, wo er einmal des Tages friſche Luft ſchöpfen durfte.
Alle Gefangene erhalten einmal des Tags dieſe Erquickung in einem Gang, der ſtrahlenartig von dem Gefäugniß ausgeht und von den andern Gängen durch eine hohe Mauer abgeſondert iſt. Der da ſich erge⸗ hende Gefangene ſieht blos die Erde und den Himmel. Freund Scattergoods Anblick waroffenbar eine frohe Er⸗ ſcheinung für alle Gefangene. Sie ſahen in dem Freund ganz deutlich ihren Freund und ſein gut gelauntes kluges Ausſehen verſetzte ſie auch in gute Laune. Ein junges Frauenzimmer, welches das Gefängniß bald verlaſſen ſollte, erklärte, ſie gehe ungern, weil ſie Mr. Stattergvod nicht mehr zu ſehen bekommen werde.
In den Zellen der weiblichen Gefangenen(unter ihnen waren ein Paar Negerinnen) ſah ich friſche Blumen in Gläſern. Ihre Schließerin hatte ſie ihnen gegeben. Alle lobten das Weib. Ich verließ dieſes Gefängniß weit erbauter, als ich manchmal aus der Kirche ging.
Freund Scattergood ſagte mir, die Zahl der Ge⸗ fangenen habe ſich ſeit Anlegung des Gefängniſſes nicht vermehrt, ſondern erhalte ſich ungefähr gleich, was ſehr erfreulich iſt, da die Bevölkerung der Stadt in dieſer Zeit bedeutend zugenommen hat und mit


