Teil eines Werkes 
2. Bd. (1854)
Entstehung
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er Gutes thun will. Er ſieht blos darauf, daß et die rechte Art wählt, und er geht dann mit reichen Herzen und reicher Hand zu Werk. Ich habe oft ge⸗ dacht, daß ſchöne Erzählungen, Züge aus dem menſch⸗ lichen Leben, gute Biographieen, insbeſondere von Verirrten, die ſich gebeſſert haben, von Gefangenen, die freie und tugendhafte Mitglieder der Geſellfchaft geworden, nützlicher auf die Gemüthsſtimmung und Herzen der Gefangenen wirken würden, als Predigten und Religionsbücher, natürlich immer die Bücher des neuen Teſtaments ausgenommen; und ich habe deßhalb ſehr gewünſcht, ſelbſt etwas in dieſer Richtung zu thun. Hier wurde mein Glaube beſtärkt durch das, was Freund Scattergood mir ſagte. Neulich hatte er einen Gefangenen beſucht, der wegen ſeiner harten, halsſtarrigen Gemüthsart bekannt war und dieſelbe in einer ſchon mehr als ein Jahr dauernden Gefangen⸗ ſchaft immer bewieſen hatte; aber dieſen Morgen hatte er ganz verändert, ganz mild und beinahe weich ge⸗ ſchienen.Wie iſt es heute? fragte der Quäcker, Sie ſind ſich ſelbſt gar nicht gleich. Was iſt los 2

Hm, ich weiß nicht, wie es kommt, antwortete

der Gefangene, aber dieſes Buch da.. und er zeigte halb ärgerlich auf ein Büchlein mit dem Titel Die kleine Johanna.hat mich ganz wunder⸗ lich geſtimmt. Schon manche Jahre habe ich keine Thränen vergoſſen, aber dieſe Geſchichte da! und er wandte ſich ab, verdrießlich darüber, daß die dummen Thränen wieder ſeine Augen verfinſtern wollten bei dem Gedanken an dieſe Geſchichte da. So hatte die Erzählung von dem ſchönen Leben eines Kindes das harte Sünderherz mürbe gemacht. Der Mann hatte nämlich einen Mord begangen.

Ein junger Gefangener, der jetzt bereits zwei Jahre im Kerker geſeſſen, hatte bei ſeiner Ankunft weder leſen noch ſchreiben können und nicht die min⸗