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ihre ganze Kindheitsmuſik für ſie neues Leben gewann, und mit ihr, wie es ſchien, auch die Welt ihrer Kind⸗ heit. Sie ſpielte mir vor und ging mit ſichtbaren Verguügen von einem kleinen Stück auf das andere über, und dabei wurde ihr Geſicht ſo lieblich und un— ſchuldig heiter, wie das eines glücklichen Kindes. Sie wird vermuthlich nie wieder vollkommen geſund und ſtark an Seelenkräften werden; aber ſie lebt jetzt ein glückliches, harmloſes Leben in der Muſik aus ihren Kinderjahren.
Mehrere Frauenzimmer, beſonders die jüngeren be⸗ ſchäftigten ſich damit, künſtliche Blumen zu machen, und ſchenkten mir ihrer verſchiedene, die ſehr gut gearbeitet waren. Die Männer beſchäftigen ſich viel mit Land⸗ arbeit und Gartenbau. Eine Bruderstochter des großen Waſhington war hier, eine ſchöne alte Dame, deren Geſichtszüge merkwürdig dem Präſidenten gleichen, und die eine würdevolle, vornehme Art zu ſein hat. Sie war ſehr blaß, und man ſagte, ſie ſei mehr ſchwach als eigentlich gemüthskrank. Die Menge ſchöner, leben⸗ diger Blumen, zumal Roſen, war außerordentlich, und auch die unheilbareu Kranken finden ſich, wenn ſie einen Augenblick zum Verſtand kommen, von Roſen umgeben. Während mein Begleiter, ein gefälliger und humoriſtiſcher Quäcker, einer der Direktoren der An⸗ ſtalt, mit großer Aufmerkſamkeit und ſichtbarer Theil⸗ nahme den Mittheilungen einer alten Frau über ihre wichtigen Geſchäfte in Jeruſalem lauſchte, flüſterte eine andere mir ironiſch zu:—„Ein prächtiger Ort das hier, nicht wahr? juſt ein Paradies, finden Sie nicht auch?“— Dann fügte ſie ſchen und leiſe hinzu:„Es iſt eine Hölle! ich verſichere Sie! Hier geſchehen entſetzliche Dinge!“ Ach, die armen Unglücklichen kön⸗ nen wohl nicht immer blos mit Muſik und Blumen⸗ düften behandelt werden, und man muß manchmal zu Zwangsmitteln greifen. Genug, daß die erſtgenannten
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