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ſind duftlos gegen ſie, ſtehen hinter dieſen Wohnungen, dieſen Aſylen für die Kindheit, für unglückliche und alte Leute eben ſo weit zurück, wie der Vorhof hinter dem Allerheiligſten.
Ich konnte nicht umhin, ich mußte Frendenthränen weinen, als ich dieſer Tage in dem großen Philadelphia das Narren⸗Aſyl beſuchte, ſo groß und ſo edel erſchien
mir hier das Menſchenherz, deſſen Wirken und Sorgen ſich in Allem verräth.
Die Anſtalt liegt in einem großen ſchönen Park,
mit ſchattigen Gängen, Lauben und Gärten. Der ganze
Parkiſt von einer Mauer umgeben, die jedoch ſo tief unter den Hügeln liegt, daß ſie vom Park oder vom Hauſe aus nicht geſehen wird, und die armen Gefangenen ſich voll⸗ kommen frei glauben können. Es iſt hier auch ein
ſchönes Muſeum mit ausgeſtopften Vögeln und andern
Thieren, Schnecken⸗ und Mineralien⸗Sammlungen, wo die Geiſteskranken ſich zerſtreuen und Belehrung holen können. Denn Arbeit und Zerſtreuung ſind die haupt⸗ ſächlichſten Mittel, wodurch man hier auf die Beſſerung des Zuſtandes dieſer Unglücklichen wirkt. Deßhalb wer⸗ den zwei bis dreimal in der Woche in einem großen Saal, wo die Geiſteskranken auf Bänken ſitzen, Vor⸗ leſungen über verſchiedene Gegenſtände gehalten. Sie verſammeln ſich oft auch zu gemeinſchaftlichen Vergnü⸗ gungen, als Concerten, Bällen u. ſ. w. Mehrere Ar⸗ ten von Spielen, wie z. B. Billard, Fortuna und an⸗ dere finden ſich ebenfalls im Hauſe vor. Ueberall hörte ich Muſik. Die Muſik iſt für die Narren ein beſon⸗ ders wirkſames Heilmittel. Manche ſpielten ausgezeich⸗ net gut Klavier. Man zeigte mir ein älteres Frauen⸗ zimmer, das im Zuſtand vollkommenen Wahnſinns hie⸗ her gebracht worden war. Man gab ihr ein Klavier und veranlaßte ſie, ein einfaches Stückchen zu ſpielen, das ſie in ihrer Kindheit geſpielt hatte. Allmälig war die Erinnernng an mehrere Stücke in ihr erwacht, bis


