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Die Frauen und ihr Beruf : ein Buch der weiblichen Erziehung / in zusammenhängenden Aufsätzen niedergeschrieben von Frauenhand
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und ſicher iſt, einige angenehme Stunden zu verleben? Es liegt dies viel weniger im Mangel des geſelligen Sinnes, denn dieſer macht ſich leider nur zu ſehr breit, als vielmehr in der Un fähigkeit in welcher ſich die meiſten Häuſer befinden, ihr Inneres zu jeder Stunde den Blicken offen zu halten. Wenn es nir⸗ gends klappt und ſich ſchicken will, da muß man die Stunde des Beſuchs ganz genau vorher wiſſen, damit erſt Alles ge⸗ hörig vorbereitet iſt; oder auch der Lurus nach Außen nimmt die pecuniären Mittel ſo ſehr in Anſpruch, daß man im Hauſe durchaus ganz beſchränkt und zurückgezogen ſein muß und die Ausübung einer der ſchönſten Menſchenpflichten zur Laſt wird. Es ſollten nur einmal einige vernünftige Frauen den Muth haben, ihre Bewirthung und Toilette ihren Verhältniſſen ge⸗ mäß einzurichten. Wie viel öfter könnten ſie ſich dann das Vergnügen verſchaffen, ihre Freunde bei ſich zu ſehen. Eine gute Wirthſchafterin kann den Conditor und Kuchenbäcker ent⸗ behren; was ſie mit eigner Hand bereitet, mit Geſchmack arrangirt hat und durch eine anregende, gebildete Unterhal⸗ tung zu würzen weiß, übertrifft doch wahrhaftig die koſt⸗ barſten aber ſteifen Abendgeſellſchaften. Wer uns nicht um unſrer ſelbſt willen aufſucht, wem es nur darum zu thun iſt, ſeine ſchönen Kleider zu zeigen, ausgeſuchte Speiſen zu ge⸗ nießen und zu klatſchen, der bleibe fern von unſrer Schwelle!

Bei ſolchen Grundſätzen läßt ſich ſelbſt mit den Reichſten und Vornehmſten unbefangen verkehren. Ein Jeder gibt, was er kann, erſcheint ſo, wie es ſeinen Verhältniſſen angemeſſen iſt. Das Einfachſte, was ſich innerhalb der Gränzen des Schönen und Anſtändigen hält, ſteht dem Koſtbarſten völlig

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