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ebenbürtig zur Seite. Aber jenes unſinnige Wettrennen, in welchem Einer den Anderen an Feinheit und Eleganz zu über⸗ treffen trachtet, führt unvermeidlich in den tiefſten Abgrund.
Der gebildeten Frau iſt es auch hier vorbehalten, die richtige Schranke zu ziehen und einer gemüthlichen Geſelligkeit einen höheren geiſtigen Stempel aufzudrücken. An ihrem eigenen Herde muß ſie ihr eine Stätte bereiten, wo der geiſtreiche und gelehrte Mann, der ſich ſchon lange mit Ekel von unſerem modernen geſellſchaftlichen Treiben abgewendet hat und ihm die Einſamkeit ſeiner vier Wände vorzieht, gerne und mit Behagen ſeine Gedanken austauſcht und ſich zu neuem Schaffen anregt. Die Frau muß das geiſtige Mittelglied bilden zwiſchen den Polen der Gelehrſamkeit und der Wiſſenſchaft und als Trägerin des Idealen die Gegenſätze vermitteln, ſo wie die Grazien im Rathe der Götter niemals vermißt werden durften.
In dieſem Lichte ſtellt ſich uns heute das Bild der wirklich emancipirten, der wahrhaft freien Frau dar: gleich Pygmalion's Statue erglühend im Bewußtſein der eigenen innern Schönheit, aus ihrer Starrheit zum ewigen Leben ſich empor ringend durch den Zauber der Thätigkeit, der geiſtigen Bildung und der ſitt⸗ lichen Kraft!


