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Die Frauen und ihr Beruf : ein Buch der weiblichen Erziehung / in zusammenhängenden Aufsätzen niedergeschrieben von Frauenhand
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drücke mit überraſchender Schnelligkeit in ſich auf, und wo der Sohn einer unwürdigen Mutter nur darbt und enkbehrt, da wird die Tochter ſchon zu Grunde gerichtet. Wie manchen Stein wirft die Welt auf eine kokette und leichtſinnige Frau, und fragt man dann nach ihrer Mutter, nach den Verhält⸗ niſſen, in denen ſie ihre Kindheit und erſte Jugend verlebte, ſo verwandelt unſere Entrüſtung ſich häufig in ein tiefes Mitleid.

Wir brauchen nichts weiter zu ſagen. Es iſt unläugbar, daß die Frau die Kraft beſitzt, ſich und ihr Geſchlecht von allem Unwürdigen zu erlöſen; es iſt eben ſo unläugbar, daß es Zeit wird, dieſe Kraft zu nützen!

Und wie ganz anders müßte ſich nun unſer geſelliges Leben unter der Obhut von Frauen geſtalten, welche den Muth beſitzen, es neu einzurichten in Uebereinſtimmung mit ihren pecuniären Verhältniſſen und zugleich entſprechend ſeinen geiſtigen Anforderungen. Weil die ächte Gaſtfreundſchaft im⸗ mer mehr aus unſerm Leben ſchwindet, darum macht die Geſellſchaft ſich ſo breit, welche nur noch in Oſtentation und Uebertreibung ihre Erholung findet. Wenn Mütter und Schweſtern Tag für Tag ihre Abende in langweiligen Damen⸗ viſiten zubringen, wo ſoll man denn die Söhne und Gatten anders ſuchen als im Wirthshauſe? Kommen dann die beiden Geſchlechter einmal zuſammen, ſo iſt es auf glänzenden Bäl⸗ len, oder bei einem brillanten und um ſo langweiligeren Diner, und fragen wir nach dem wirklichen Vergnügen, das hinter ſo viel Anmaßung und Glanz ſich finden ſollte, ſo

Die Frauen und ihr Beruf. II. Auflage. 8