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Die Frauen und ihr Beruf : ein Buch der weiblichen Erziehung / in zusammenhängenden Aufsätzen niedergeschrieben von Frauenhand
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Manne verlangen wir die That, die Frau wirkt durch ihre Erſcheinung allein; dieſe Erſcheinung muß alſo auch etwas werth ſein.

Eine Mutter, die das Ideal ihrer Pflichten recht vor Augen hat, wird immer ſtrebſam, immer unermüdlich, ſchaf⸗ fend bleiben und nie ermatten in den kleinen Sorgen und Mühen des Tages; denn ſie weiß es ja, daß aus dieſer müh⸗ ſamen Moſaik das erhabenſte Bild ſich geſtaltet. Wie reich ge⸗ lohnt iſt ihre Sorgfalt, wenn ſie Söhne hinaus in's Leben ſchickt, wahrhaft und gerecht, furchtlos und treu. Aber dann muß ſie freilich ſelbſt die Wahrheit über alles lieben und vor allem niemals ihre Kinder jene abſcheuliche Klugheit lehren, die ſich auch vor dem Schlechteſten beugt, nur um ihm etwas abzugewinnen, und deren nur die Unwiſſenheit und die Cha⸗ rakterloſigkeit bedarf. So wird ſie Männer aus ihren Söh⸗ nen bilden, keine Kriecher und Schmeichler Männer, die vorurtheilsfrei, wohlwollend und gütig ihrem Lebensberuf ent⸗ gegengehen und ihn in dieſem Sinne erfüllen. Gebt der Ge⸗ ſellſchaft viele ſolcher Söhne und die Armuth wird treuere Fürſprecher, die Arbeit wärmere Freunde, die Gerechtigkeit kräftigere Stützen haben als bisher. Brecht der Dummheit,

dem Vorurtheil kraft eurer eignen Bildung ſchon im Kinde die

Spitze ab, und die Welt gehört euch und eurem Streben. Ihr habt ſie euch dann auf ewig erobert, nicht gewaltthätig, wie die Amazone, ſondern als der höhere Genius der Menſch⸗ heit mit dem unwiderſtehlichen Schwerte der weiblichen Würde und Kraft!

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