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Die Frauen und ihr Beruf : ein Buch der weiblichen Erziehung / in zusammenhängenden Aufsätzen niedergeschrieben von Frauenhand
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Auf der geiſtigen Thätigkeit der Frau innerhalb der weiblichen Gränzen beruht ihre einzige, vernünftige Emanci⸗ pation. Indem ſie erzieht, bildet, anregt, leiſtet ſie Bedeu⸗

Mann Erſche werth

tenderes als wenn ſie ein öffentliches Amt verwaltet. Denn

die Mütter haben Söhne und dieſe gehen hinaus in's Leben, wirken im Staate, in der Geſellſchaft, und von ihnen wird es abhängen, wie Beide ſich geſtalten. Bis zum Jünglings⸗ alter gehören dieſe Söhne ihnen ganz an, kein Geſetz, keine Hand eines Mächtigen kann ſie ihnen und ihrem Einfluß ent ziehen, und an ihnen iſt es in die Seelen der Jünglinge die Triebe zu einem neuen und kräftigeren Leben zu legen. Gleich jener ſpartaniſchen Mutter, die ihren Sohn lieber todt als ehrlos wiederſehen wollte, muß das Weib die Ver⸗ achtung alles Gemeinen und Schlechten, die Liebe zum Vaterlande ſo tief in ihre Söhne pflanzen, ihre eigne, beſſere Geſinnung muß ſo maßgebend für ſie werden, daß ein Sohn lieber alle Verfolgung und Schmach der Welt als die Verachtung ſeiner eignen Mutter ertragen würde. Haben wir es nicht zu allen Zeiten geſehen, wie große Männer in der Regel aus der Hand einer ungewöhnlichen Mutter hervorge⸗ gangen ſind? Es braucht aber keine außergewöhnlichen Mütter mehr zu geben, ſie können ſich Alle gleich werden an ächter Geſinnung und einem veredelten Streben. Die zarten Keime des Gemüths fehlen ſelten in einer weiblichen Seele, ſie ſind nur oft mangelhaft entwickelt oder ganz erſtickt, weil ihnen nie ein höheres und beſſeres Ziel geſteckt wird. Indem die Frau ſich ſelbſt veredelt, iſt ſie bereits das Werkzeug und die Triebfeder für einen höheren moraliſchen Aufſchwung. Vom

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