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ihr die beiden Letzteren vielleicht erkaufen könnt, die Erſtere kann nur eure eigne Hand verleihen!
Aber auch die träge oder die untüchtige Frau iſt dazu ebenſo wenig befähigt, weil ſie es nicht anzufangen weiß, weil ſie gar keine rechte Idee von dem hat, was ihre eigentliche Pflicht iſt. Mag ſie von Natur noch ſo gut, mag ſie noch ſo verſtändig ſein, nur die Klarheit über das, was ſie ſoll und ihren Kindern ſchuldet, ſtellt ſie auf den rechten Stand⸗ punkt.
Nun wollen wir gewiß nicht behaupten, daß es nicht viele Mütter gäbe, welche nur ihren Kindern leben und den beſten Willen haben, ſie zu tüchtigen Menſchen zu erziehen; aber die Zahl Derer iſt weit geringer, die ihren Kindern auch geiſtig
nahe ſtehen, und deßhalb auch im ſpäteren Lebensalter noch auf ſie einzuwirken vermögen.
Es iſt kaum in Worten auszudrücken, wie heilig und umfaſſend der Beruf einer ächten Mutter iſt. Die ganze Zu⸗ kunft iſt in ihre Hand gegeben! Ein ganzes Geſchlecht kann unter ihren Händen erniedrigt oder ſittlich neugeboren werden. Wie ein tiefer, niederſchmetternder Vorwurf laſtet es auf der Seele denkender Frauen, daß ihr Geſchlecht ſo ſelten den ganzen Umfang ſeiner Bedeutung begreift, daß es in kurz⸗ ſichtiger Verblendung ſo oft die Enge ſeines Wirkungskreiſes
beklagt, daß heute, wo wir an der Schwelle einer neuen Zeit ſtehen, die meiſten Frauen in träger Ruhe, in ſchwindelnden Vergnügungen oder im bloßen Haushaltungsſchlendrian ein Leben zubringen, das der edelſten Beſtrebung geweiht ſein ſollte.


