en liche Kenntniß der weiblichen Natur. Aber Belehrung und Er⸗
zu ziehung dürfen bei unſerem Geſchlechte unter keiner Bedingung ng getrennt werden; der Geiſt ſoll nicht bloß geſchmückt, das
Gemüth muß mit herangebildet werden und darum iſt die weibliche Belehrung eine ſo wichtige Sache und erfordert Solche, die
i ihren ganzen Beruf darin finden, erfordert Frauen, welche e es am beſten wiſſen, wo der Sitz unſerer Schwächen und Thor⸗ heiten ſich befindet.
Es kann kein gültiger Einwand ſein, wenn man ſagt, daß ke die Frau nicht die nöthige Gelehrſamkeit hierzu beſitze. Was zur Belehrung ihres Geſchlechts nothwendig iſt, das kann ſie ſich erringen. Nur Wenigen wird es gegeben ſein, als Vor⸗ . ſteherin eines Inſtituts alle Zweige des weiblichen Wiſſens ſo e durchdrungen zu haben, um ſie alle wieder ſelbſt lehren zu
können, aber ſehr Viele wird es geben, die neben ihrer allge⸗ meinen Bildung einen beſonderen Zweig des Wiſſens ſich ſo zu eigen gemacht haben, daß ſie ihn eben ſo gründlich und ge⸗
6 wiſſenhaft lehren können, als der Mann. Je nach ihrer Be⸗ F fähigung und Neigung wähle ein gebildetes Mädchen entweder . Geſchichte oder Naturlehre oder Litteratur zu ihrem beſonderen 6 Studium. Es will und ſoll keine gelehrten Bücher darüber
⸗ ſchreiben, aber lächerlich würde es ſein, behaupten zu wollen, daß der weibliche Geiſt nicht im Stande ſei, zur Wieder⸗ belehrung ſeines Geſchlechts die nöthigen Kenntniſſe zu er⸗
werben. Oder ein Mädchen, welches Sprachtalente beſitzt, t bringe einige Jahre in England oder Frankreich zu, mache ſich 3 die fremde Sprache ganz zu eigen und lehre dieſe, wodurch
dann jene eingeborenen Sprachlehrerinnen entbehrlich gemacht


