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Die Frauen und ihr Beruf : ein Buch der weiblichen Erziehung / in zusammenhängenden Aufsätzen niedergeschrieben von Frauenhand
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Welche traurigen Folgen die Thatloſigkeit des weiblichen

Geſchlechts in ſpäteren Jahren für daſſelbe hat, iſt genugſam

bekannt, wir brauchen ſie nicht aufzuzählen. Aber gar nicht zu berechnen iſt es, welche wichtigen Folgen für die Umgeſtaltung des ſocialen Lebens es haben müßte, wenn alle dieſe ruhenden Kräfte in Bewegung geſetzt würden. Wir ſagten es vorhin ſchon, daß die Ehe immer eine gewiſſe Beſchränkung in ſich ſchließt, und von der Frau und Mutter, welche innerhalb ihres Hauſes ihre Pflicht erfüllt, können wir eine unmittelbare Ein⸗ wirkung auf die Geſammtheit mindeſtens nicht fordern. Anders iſt es mit dem Mädchen. Es kennt keine Schranke für ſeine Thätigkeit, als diejenige, welche die Weiblichkeit ihm zieht, und innerhalb derſelben gibt es für daſſelbe genug zu thun. Wir verweiſen zunächſt abermals auf jene Lehranſtalten, wie wir ſie möchten entſtehen ſehen. Daran knüpft ſich als natürlichſter Wunſch der, daß dann auch die ganze Belehrung in die Hand der Frau gelegt werde. Gewiß Niemand verſteht beſſer das Weſen und die Natur des weiblichen Kindes, als eben die aufgeklärte und vernünftige Frau ſelber. Die Be⸗ lehrung unſeres Geſchlechts durch den Mann iſt keineswegs ſo nothwendig, wie man es bisher immer geglaubt hat. Es liegt nun einmal in der Natur der Sache, daß der Mann dem Weibe gegenüber immer mit einer gewiſſen Superivrität auf⸗ tritt; in den meiſten Fällen iſt ihm die weibliche Erziehung ein Nebengeſchäft, das er bei ſeinem eigentlichen Beruf nebenher treibt. Wie oft, wenn ein Mann nichts Beſſeres zu thun weiß, fängt er eine Mädchenſchule an und belehrt und erzieht, wie es ihm eben einkommt, ohne höheren Zweck und eigent⸗