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frühe über die Bedeutung dieſer engeren Gränze aufzuklären. Die verheirathete Frau übernimmt Pflichten, von denen die unver⸗ heirathetete natürlich keine Ahnung beſitzt. Aber die Erſtere hat keinen Schein von Recht dazu, ſich dieſen zu entziehen und doch die Vortheile eines Ehebundes beſitzen zu wollen. Wer in der Ehe ſeine Schuldigkeit nicht thun, ſich nicht dem Nächſten unter⸗ ziehen will, welches angefordert wird, bleibe unverheirathet. Aber dieſen Punkt überſehen die meiſten Frauen. Der Mann wird vom Geſetze angewieſen, ſeine Familie anſtändig zu er⸗ halten; für die Frau gibt es kein ſolches Geſetz, aber ihre moraliſche Verpflichtung, das was der Mann erwirbt, im Hauſe möglichſt pflichtgetreu zu verwalten, iſt darum nicht minder groß. Keine Genialität, kein Talent, keine Hoheit des Geiſtes kann ſie von dieſer einfachen Pflicht freiſprechen; ſie hat kein
Recht dazu, ſich glücklich und frei zu machen auf Koſten Derer,
deren Beglückung und Wohlfahrt ihr anvertraut iſt. Die Frau, welche im Bewußtſein dieſer erfüllten Pflicht nicht ihre höchſte Befriedigung finden kann, darf die Ehe nicht eingehen, oder ſie wird ſich einer großen Sünde gegen ihre Familie und die Geſellſchaft ſchuldig machen.
Ebenſowenig können wir einer Frau das Recht zugeſtehen, ſich durch Vernachläſſigung ihrer Pflichten darüber zu tröſten, daß ſie in der Ehe nicht die Liebe und das Glück gefunden, welches ſie dort gehofft. Fragt der Staat, fragt die Geſell— ſchaft darnach, ob der Mann glücklich oder unglücklich verhei⸗ rathet iſt? O nein, er muß darum doch ſeine Pflichten er⸗ füllen. Das Nämliche gilt von der Frau, und wahrlich keine noch ſo herbe Täuſchung des Lebens kann ein Daſein ganz


