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Die Frauen und ihr Beruf : ein Buch der weiblichen Erziehung / in zusammenhängenden Aufsätzen niedergeschrieben von Frauenhand
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aus einer willkürlichen Aufhebung derſelben entſtehen müßten, würden noch weit größer ſein. Darum prüfet, ehe ihr euch bindet, und lernt euch vertragen, lernt euch beſchränken, dies

iſt auch eine Wahrheit und jedenfalls ſittlicher als die Erſte.

Daß alle Täuſchungen des Herzens ſich damit nicht aufheben laſſen, daß es immer noch unbefriedigte und unglückliche Ehen geben wird, auch wenn ſie mit größter Vorſicht und aus reinſter Neigung geſchloſſen werden, ſteht außer Frage, aber dieſes iſt der Fluch der Unvollkommenheit, welcher auf allen menſchlichen Einrichtungen ruht. Täuſchungen treffen das Herz überall mit gleicher Schwere, in und außer der Ehe, und die Mängel, welche ſie hier und dort offenbart, reichen nicht aus, um es zu rechtfertigen, daß die weibliche Hand an einer Schranke rüttelt, die ihr ſonſt ſo große Vortheile ſichert.

Pflegt mit aller Kraft im Herzen der Frau das Gefühl ihrer weiblichen Würde, dies wird ihr in allen Lebenslagen die ſicherſte Stütze ſein. Sollten unſre Mädchen darum we⸗ niger poetiſch erſcheinen, weil das lichte Weiß ihrer Unſchuld und Jungfräulichkeit verklärt wird durch die Sonne jenes Stolzes, den wir heute leider nur zu häufig in der weiblichen Bruſt vermiſſen?

Um übrigens die Sache auch von ihrer rein praktiſchen Seite aufzufaſſen, ſo müſſen wir zugeſtehen, daß allerdings in der Ehe neben den Vortheilen, die ſie der Frau nach Außen hin gewährt, eine gewiſſe Beſchränkung liegt. Schon mancher hoch⸗ fliegende, weibliche Geiſt mag ſich an ihren Mauern die Flügel abgeſtoßen haben, manch ſchönes Talent daran zu Grunde ge⸗ gangen ſein. Um ſo nothwendiger iſt es, das Mädchen ſchon

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