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geſprengt wird durch den unwürdigen Inhalt, welchen man ihm gibt? Daß unſre moderne Ehe auch im Mittelſtande ſchon von vornherein oft entweiht wird, weil ſo Viele deren Altar nahen, die unreinen oder gleichgültigen Herzens ſind, wer könnte dies läugnen? Aber wir fragen nochmals: wo liegt die Schuld? Das Inſtitut der Ehe mag, wie alle menſchliche Einrichtungen, auch ſeine mangelhaften Seiten haben, aber wie kommt es, daß man heute ſo viel mehr von ſeinen Män⸗ geln als von ſeiner Heiligkeit reden hört? Aus keinem andren Grunde, als weil es nicht mehr heilig gehalten wird, und weil die Frau ſich thatſächlich zur Magd erniedrigt, indem ſie dieſelbe ſchließt, um eine äußere Lebensſtellung zu gewin⸗ nen, ſeltner um innerhalb derſelben das Maß ihrer Pflichten zu erfüllen!
Aber das geordnete Familienleben kann nur aus der reinen und glücklichen Ehe hervorgehen, die Geſellſchaft ſich nur auf dem Boden der Familie erhalten, der Staat ſich nur freier entwickeln durch den Hauch, der aus dem Innern des Hauſes hervor die Oeffentlichkeit belebt und durchdringt.
Die Ehe auf ihre Grundprincipien zurückzuführen, zu neuer Heiligkeit zu erwecken, dies iſt und muß in der Gegen- wart eine der erſten Aufgaben des weiblichen Geſchlechts ſein. An ihm iſt es, jene Form, der die heutige Frau gewiſſer⸗ maßen die Möglichkeit ihrer freieren Entwickelung verdankt, in jeder Weiſe zu verklären und zu durchdringen mit dem Strahl der ſittlichſten Kraft. Die Ehe ehren als die höchſte Stufe unſres Glückes und doch ſie entbeh⸗ ren können mit zufriedenem Herzen, das ſollte


