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ihr naturgemäß zugewieſenen Kreiſe; ſie iſt beſchränkt und doch nicht abgeſperrt, Gattin und nicht Selavin, und ſo können wir uns keine andere Poſition denken, welche ſie dem Manne ſo vollkommen ebenbürtig und frei zur Seite ſtellte.
Es iſt ein Irrthum, anzunehmen, daß die geſteigerte Bildung der Frau ſie ſelbſt über die Ehe hinaus emancipiren könne, ohne daß dadurch der zarteſte Hauch ihres Weſens hinweggewiſcht würde. Die Deelamationen von der freien Liebe, wie ſie uns von Frankreich herübergekommen, können momentan Anklang finden, aber jede zartfühlende Frau muß ſie mit Entſchiedenheit zurückweiſen, nicht etwa aus Prüderie, ſondern weil dieſe Ideen wirklich dem ſittlichen Gefühl zu⸗ widerlaufen. Auch unſre heiligſten und reinſten Neigungen bedürfen einer geſchloſſenen Form, eines äußeren Haltpunktes, wenn ſie nicht in's Regelloſe auslaufen ſollen.
Die Art und Weiſe, wie man die Ehe in Frankreich ab⸗ ſchließt, rechtfertigt beinahe eine Reaction wie die Obenge⸗ nannte; bei uns hingegen, in den mittleren Ständen wenig⸗ ſtens, beruht ſie noch auf ganz anderen ſittlichen Voraus⸗ ſetzungen. Sie iſt faſt immer das Ergebniß einer freien Wahl, ſelten findet in dieſen Regionen ein beſtimmter Zwang ſtatt, und der ungehinderte Verkehr zwiſchen Verlobten läßt auch hier noch eine Erkennung des Ungleichartigen zu. Daß die Ehe zu einem unmoraliſchen Inſtitut herabſinken kann und zwar durch die Weiſe, in welcher man ſie oft abſchließt, das ſteht außer Frage, aber dies kann man dem Inſtitut an ſich nicht zur Laſt legen. Iſt es die Schuld eines an ſich laute⸗ ren und reinen Gefäßes, wenn es getrübt oder auseinander⸗
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