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Die Frauen und ihr Beruf : ein Buch der weiblichen Erziehung / in zusammenhängenden Aufsätzen niedergeschrieben von Frauenhand
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nun im eignen Hauſe den Boden zu bereiten, auf welchem Wohlſein, Behaglichkeit, Schönheit im innigſten Vereine er— wachſen ſollen? Es iſt troſtlos, in welchem Zuſtande man oft nach einigen Jahren der Ehe die feinſten, zierlichſten Mäd⸗ chen wiederfindet. Unſchön, verwahrloſt in allen häuslichen Beziehungen, offenbaren ſie überall den Mangel an praktiſcher Gewandtheit, an richtiger Eintheilung, an Sachkenntniß, und ſelbſt der beſte Wille, das hingebendſte Beſtreben reicheu oft nicht aus, ſchon in den erſten Jahren der Ehe, welche ja grade die ſchönſten, die poetiſchſten ſein ſollen, jenes Wohlbehagen, jenen Frieden hervorzurufen, die in einer wohlgeordneten Häus⸗ lichkeit ſo zauberhaft wirken.

Möchte doch jedes Mädchen wiſſen, daß ſelbſt die noch ſo praktiſch Ausgebildete ihre rechte Noth hat, wenn ſie ihren eignen Haushalt allein übernimmt; wie muß es erſt werden, wenn die junge Frau zum erſtenmal, mit dem Kochbuch in der Hand, in der Küche erſcheint und ihre Experimente beginnt! Ein Kochbuch iſt ein treffliches Ding für Solche, die zu kochen verſtehen, aber allein daraus lernen kann es Niemand, ebenſo⸗ wenig wie derjenige Oekonom eine Ernte erzielt, der ſeinen Acker nur nach Büchern beſtellt. Wehe darum dem Gatten und den Kindern, welche jahrelang die verunglückten Reſultate einer zu ſpät erlernten Weisheit verzehren müſſen!

Man wird entgegnen, es gibt tüchtige Mägde genug, welche dieſem Mangel abhelfen. Aber welche Bewandtniß es mit einer Haushaltung hat, die allein von den Fähigkeiten der Dienſtboten abhängt, iſt hinlänglich bekannt, und wie viele Haushaltungen gibt es im Mittelſtande, in denen man nur

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