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Die Frauen und ihr Beruf : ein Buch der weiblichen Erziehung / in zusammenhängenden Aufsätzen niedergeschrieben von Frauenhand
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über ein einziges Dienſtmädchen zu verfügen im Stande iſt, welches dann unmöglich alle Obliegenheiten des Hausweſens allein zu erfüllen vermag. Und wie ſteht es denn meiſt mit dieſen armen Geſchöpfen ſelbſt. Wie ſelten findet ſich Eine, die außer der Kenntniß der gröberen Arbeiten, noch die Fähig⸗ keit beſitzt, ein Hausweſen ſo zu beſorgen, wie es nothwendig iſt. Wie ſollte es denn auch in ihren dürftigen, beſchränkten Verhältniſſen für ſie möglich geweſen ſein, ſich die Einſicht und den Ordnungsſinn anzueignen, welche der eignen Gebie⸗ terin mangeln und deren Erziehung ihr doch ſo viel leichter dieſe hätte verleihen können.

Eine Haushaltung, welche auf die Talente der Dienſt⸗ boten angewieſen iſt, erſcheint uns immer wie ein Schiff auf ſturmbewegter See. Wenn das Dienſtmädchen zufälligerweiſe gut kochen kann, ſo ißt man gut, iſt ſie von ſelbſt reinlich und ordnungsliebend, dann zeigt es ſich auch im Haushaltu. ſ. w. Aber wenn dieß nun nicht der Fall, und er iſt es ſo häufig, wie dann? Wo iſt die feſte Hand des Steuermanns, der un⸗ bekümmert um ſeine Gehülfen das Ruder lenkt und das Schiff ſeinen ſichern ruhigen Gang vorwärts führt? Dies muß die Stelle der Hausfrau ſein, dort muß ſie ſtehen, unverrückt, unerſchrocken und ſtark. Es iſt dabei nicht nöthig, daß ſie Alles ſelbſt thue, ihre Hand in Alles miſche— im Gegen⸗ theil, ſie wird Jedem ſein Geſchäft, Jedem ſeinen Weg an⸗ weiſen und nur darauf achten, daß das Rechte zur rechten Zeit geſchehe. Aber dazu muß ſie das Verſtändniß davon haben, muß jede Arbeit ſelbſt kennen, muß genau wiſſen, wie das Räderwerk des Haushalts in einander zu greifen hat, und