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Gebt dem Mädchen eine tüchtige Mutter oder Erzieherin, die das, was ſie lehren ſoll, auch ſelbſt gründlich verſteht und— mit gutem Beiſpiel vorangeht; lehrt es Pflichten kennen, wo es bis jetzt nur Tändelei erblickte, gebt ihm einige ruhige Jahre der Entwickelung mehr, macht das Kind nicht ſchon mit 15 oder 16 Jahren zur jungen Dame, laßt ihm Zeit, ſich äußerlich und innerlich auf eine gewiſſe Stufe des Könnens und Leiſtens zu ſtellen— und es iſt Alles erreicht.
„Die Welt findet man fertig wie ſie iſt, aber die Wege muß man ſuchen“, ſagt Rahel, und mehr ſoll ja die Erzie⸗ hung überhaupt nicht thun wollen. Zeigt dem Kinde den Weg, gebt ſeiner Natur den richtigen Anſtoß, ſeinem Geiſte das ſichere Fundament, und es geht ſeinen Pfad ſo ruhig und ſo ſicher, wie die Natur in ihrer ganzen organiſchen Entwickelung über⸗ haupt.— Jedes Mädchen wiſſe von früher Kindheit an, daß es die häuslichen Arbeiten erlernen muß, wie ſein ABC, und daß es nicht freigeſprochen wird zum mündigen Menſchen, ehe es die Pflichten kennen gelernt hat, welche die Natur ihm be— ſtimmt, und es wird gerne und freudig ſich dem unterziehen, was Alle lernen und leiſten müſſen.
Damit iſt noch lange nicht geſagt, daß alle weiblichen Weſen ſich ganz einerlei entwickeln müßten. Anlagen, Talente, Verhältniſſe werden in der ſpäteren Entwickelung ihr Recht gel⸗ tend machen, es wird nach wie vor Frauen geben, welche mit größerer Liebhaberei ſich den häuslichen Pflichten unterziehen, während Andere mehr nach geiſtigen Beſchäftigungen ſtreben, aber die Lehrzeit muß darum doch für eine Jede dageweſen ſein, die praktiſche ebenſo wohl, wie die geiſtige. Die Ver⸗
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