ſich nicht erſt durch einen Berg von materiellen Schwierig⸗ keiten, von formellem Wuſt hindurch arbeiten muß? Welche Aeußerlichkeiten hat der Künſtler nicht täglich zu beſeitigen, während er ſeine Geſtalten bildet, ſei es nun mit Pinſel, Meißel oder Feder? welche kleinlich langweiligen Anhängſel führt der Beruf des Arztes, des Lehrers, des Richters mit jeder neuen Sonne herauf! Wird nicht damit die rein mecha— niſche Mühe, welche der Frau zufällt, vollſtändig aufgewogen, da ein Theil des Geiſtigen ja hier auch bis zum Mechaniſchen herabſinkt? Iſt nicht unſer ganzes Leben ein Kampf mit der Materie, und will die Frau ſich dem allein entziehen? Warum will ſie nicht ihr beſcheidenes Theil an der Erfüllung der hand— werksmäßigen Pflichten tragen, welche ihr die Befriedigung der körperlichen Bedürfniſſe des Menſchen auferlegt? Der Weiſe nimmt die Welt wie ſie iſt, unterwirft ſich ihren mechaniſchen Geſetzen und macht ſich dadurch allein geiſtig frei; der Thor beklagt den Materialismus, verwirft ihn und verfällt ihm da— mit nur immer tiefer.— Die Materie hat noch Niemand un— geſtraft verachtet; ſie rächt ſich furchtbar, unerbittlich! Aber man kann ſie überwinden, zähmen, indem man ihre unabweis⸗ baren Bedürfniſſe erforſcht, ihren Vorausſetzungen entſpricht. Dann beginnt der wahre, dauernde Sieg des Geiſtes, und goldne Früchte lohnen dem Ueberwinder.— Wenn die Frau ihre täglichen Pflichten in dieſem Lichte betrachtet, können ſie ihr nicht mehr unerträglich ſein. Aber die Erziehung muß Rückſicht darauf nehmen und ihr die Mittel zur Ueberwindung jener in die Hand geben. Und welche andere könnten dieſe ſein als vollſtändige Kenntniß deſſen, was von der Frau
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