der Frau in ihrem häuslichen Beruf, ihr Drang nach äußeren Zerſtreuungen die hauptſächlichſte Quelle ſo vieler Unzufrieden⸗ heit und Mißſtimmung iſt? Man ſtreitet darum hin und her, was der eigentliche Beruf der Frau ſei, ob geiſtige Ausbil⸗ dung oder nur häusliche Arbeit! Dieſer Streit iſt ein müſſiger; nur die Vereinigung dieſer beiden Elemente entſpricht dem Weſen der Frau, wie unſere Zeit ſie verlangt, ja entſpricht der weiblichen Natur überhaupt, die weniger auf Tiefe ange⸗ wieſen iſt, als darauf, die ideale Seite des Lebens zu ent— wickeln, und leibliches und geiſtiges Wohlbehagen zugleich in dem Kreiſe, den ſie als alleinige Gebieterin beherrſcht, ge⸗ deihen zu laſſen. Zur erſten Stufe dieſer Herrſchaft aber ge⸗ langt ſie nur durch praktiſche Ausbildung, und dieſe iſt ihr von Vernunft und Pflicht zunächſt geboten. Es wird manche Frau hier ausrufen: Es iſt nicht unſere erſte Pflicht zu kochen, zu nähen und zu bügeln! Wir wollen mehr ſein, wollen Theil haben an den geiſtigen Gütern des Lebens, wol⸗ len uns gleich dem Manne an Wiſſenſchaft und Kunſt erfreuen!
Dies Verlangen iſt, einſeitig geſtellt, thöricht und gewiſſen⸗ los. Unſer feſtſtehender Standpunkt iſt auch hierin wieder der, daß die Frau, eben ſo wie der Mann, einen beſtimmten Kreis von Pflichten, einen ernſten Beruf zu erfüllen hat, über wel⸗ chen hinaus erſt ihre Berechtigung anfängt, ſich an den höhe⸗ ren Genüſſen des Lebens zu erfreuen.—
Ihr ſollt ja dem Manne völlig gleichberechtigt zur Seite geſtellt werden! Gleichberechtigt an jedem allgemeinen geiſtigen Gut, aber auch gleich verpflichtet zur täglichen Arbeit! Wo gibt es denn überhaupt wirklich geiſtiges Schaffen, welches


