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Die Frauen und ihr Beruf : ein Buch der weiblichen Erziehung / in zusammenhängenden Aufsätzen niedergeschrieben von Frauenhand
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ſchwereren Arbeiten unterzieht. Dies Verhältniß iſt zu natür⸗ lich, um ſich jemals ändern zu können, und alle ſchon auf⸗ geſtellten Theorien von der Emanecipation des Weibes werden es nicht dahin bringen, daß der Mann zu Hauſe koche oder nähe, während die Frau draußen auf der Bank des Richters Recht ſpricht oder die Kanzel beſteigt. Es iſt eine totale Ver⸗ kennung unſerer Zeit, wenn man glaubt, die Frau, wenn auch nur die gebildete Frau, heute von den Pflichten der Häuslichkeit frei ſprechen zu dürfen. Man entzieht ihr damit den eigentlichen Boden, in dem ihr ganzes Weſen wurzelt und wirft ſie auf ein Gebiet, wo ſie zuweilen geduldet iſt, aber niemals herrſchen kann noch wird. Nur in der ſtillen Umgränzung der Häuslichkeit kann die weibliche Seele gedeihen und ſich ſicher entfalten, und wer ihr Weſen richtig erkennt, der hält ſie mit feſter Hand zurück an dem ſtillen Herd, auf welchem die heilige Flamme des Hauſes, von dem Bewußt⸗ ſein der Pflicht entzündet, von der Freude an der Arbeit ge⸗ nährt, emporlodert. Aber dann müſſen Mütter und Töchter wieder im Mittelpunkt der häuslichen Beſchäftigungen ſtehen, dann dürfen dieſe nicht, wie es jetzt ſo häufig geſchieht, nur den Dienſtboten überlaſſen blriben.

Es kann Niemand leugnen, daß in der Gegenwart das Innere des Familienlebens ſich immer unerquicklicher geſtaltet, wo hört man nicht die gerechte Klage darüber? und bei den geſteigerten Anſprüchen und Bedürfniſſen der Frauenwelt iſt es für viele Männer faſt nicht mehr möglich, ſich eine eigene Häuslichkeit zu gründen. Man fühlt es recht wohl, wo der Mangel liegt; wer zweifelt noch daran, daß die Untüchtigkeit