Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

163

Selbſt Frau von Wartberg ſchien ein geheimes Einverſtändniß zwiſchen Paul und Reginen als unum⸗ ſtößliche Thatſache zu betrachten, und machte keinen Verſuch, ihm die Kataſtrophe in einem milderen Lichte darzuſtellen. Sie deutete ihm nur an, daß die Geſell⸗ ſchaft geſpannt auf ihn ſehe, um den Grad ſeiner Cha⸗ racterſtärke aus ſeiner Handlungsweiſe erkennen zu lernen.

„Ich werde meine Pflicht als Chriſt in Einklang mit den Forderungen meiner bürgerlichen Ehre zu brin⸗ gen wiſſen,“ ſagte Adrian erſtaunt über die Unbefangen⸗ heit, mit welcher die Stifterin ſeiner Ehe die Reſultate derſelben beſprach.

Er kehrte zurück; wenig Augenblicke genügten, um einen Entſchluß in ihm reifen zu laſſen. Das Auffehen war da, Reginen's Untreue ſtadtkundig, ihr Urtheil geſprochen, ſeine Mannesehre gekränkt, ſeine Entſchei⸗ dung herausgefordert. Sie ließ nicht auf ſich warten. Die Schuldige ſollte keinen ſchwachen Richter in ihm finden, das aller Scham und Ehre bare Weib ſollte nicht länger ſeinen geachteten Namen tragen.

Noch bevor Joachim in B. angelangt war, hatte Adrian einen Anwalt zu ſich beſcheiden laſſen, und die⸗ ſen beauftragt, Klage zu erheben, geſtützt auf den 41