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ſich ſterbend, von Roßleben zu leben angefleht; ſie er⸗ fand ſich ein brillantes Paradebett; ſie war noch im⸗ mer ſchön, wie ein Marmorbild, ſie ſah ihren kleinen Hans, im Traueranzug, hinter ihrem Sarge in der ſchwarzen Equipage fahren, ſah Saaleck die Honneurs des Hauſes mit jetzt erſt alterndem Geſicht machen. Dann kam Geſang an ihrer Gruft, Blumen, wehende Flöre und Schärpen, dann ein langſames Verſenken ihres jetzt ſo frühlingsfriſchen Leibes.— Weiter ging ihre Phantaſie nicht. Bei dieſer Stelle floſſen ihre Thränen, die ihr das Mitleid mit ſich ſelbſt erpreßte, in Strömen und ſie eilte, in einem kurzen Billet an Roßleben dieſen auf ihr eingebildetes Sterben vorzu⸗ bereiten. Kam dieſer jedoch in früheſter Morgenſtunde des folgenden Tages, nach angſtvoll durchwachter Nacht, ſo fand er ſie friſch, heiter und entzückt über ihr Befin⸗ den; der Anfall war vorüber, ſeine Angſt übertrieben und die Epidemie ſicher und gewiß im Abnehmen. Letz⸗ teres von Arzt und Polizei ſich beſtätigen zu laſſen, warf ſie ſich in ihren Wagen, und fuhr nach B., ſam⸗ melte da neue, traurige Neuigkeiten, wies bedeutende Summen zu Arzneien, Betten und Erfriſchungen für die armen Krankren an und hoffte auf dieſe Weiſe die Vorſehung zu beſtechen, und um ihrer guten Werke Willen von dem drohenden Uebel verſchont zu bleiben.


