Teil eines Werkes 
3. Theil (1862)
Entstehung
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Roßleben blieb, die Herren ihrer Bekanntſchaft blieben und ſo blieb auch ſie. Saaleck war ſchon ſeit einigen Wochen auf ſeiner Jagd in Tyrol und rieth ihr ſchriftlich zu einer Reiſe nach Italien, beſchwor ſie, ſich zu ſchonen, vergnügt zu ſein, ſchön auszuſehen und ſich vorzüglich nicht zu ärgern, da Aufregung ſchädlicher, als der Genuß von Melonen und Apfel⸗ wein, wirke. Luitgarb hatte ſeine wohlgemeinten Vor⸗ ſchriften in die Taſche geſteckt, ihrem Hans, von der Anſicht ausgehend, daß Kinder auch nur von Kinder⸗ krankheiten heimgeſucht würden, ein rothes Scharlach⸗ bändchen umbinden laſſen und ihn dann uibeſitgt in ihrer Nähe behalten.

Die Aufregungen, die lebhafte Theilnahme und Thätigkeit, die in Zeiten allgemeiner Gefahr ſich ent⸗ wickeln, unterhielten ſie auf eine ſchauerlich ſchöne Weiſe.

Wenn ſie die Bülletins des Tages geleſen, wenn ſie aus den ihr von vielen Seiten zuſtrömenden Be⸗ richten die Bilder des Todes, der Geneſung, des Hu⸗ mors und der Verzweiflung, des Heroismus und der feigſten Selbſtfucht betrachtet und genoſſen, dann kamen wohl auch Stunden, in welchen ſie ein Zittern des Herzens, ein Bangen um ſich ſelbſt fühlte. Aber auch dieſe Momente verſtand ſie ſich zu verſüßen. Sie dachte