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ſelbſt zu denken und die höher geſpannten geiſtigen Be⸗ dürfniſſe bei Frauen nothwendig mit ſich bringen müſ⸗ ſen? Das traurige Gefühl gänzlicher Vereinſamung und Iſolirtheit.“
„Man iſt nicht einſam, wenn man die ganze Welt und viel an ſich ſelbſt hat,“ ſagte Joachim ſanft.
Gregor ſah ihn müde an.
„Aber die Frauen wollen nicht viel an ſich, ſie wollen nur viel an Denen haben, die ſie lieben,“ ant⸗ wortete er.„Die ſich ſelbſtverleugnende Unterordnung unter fremdes Urtheil und fremden Willen vermag allein das Weib dauernd zu beglücken. Und ein richtiger In⸗ ſtinet lehrt die Frauen in ihrer geiſtigen Unmündigkeit zu verharren. Eine jede ahnt, daß Kenntniſſe, Charac⸗ ter, Thatkraft nicht halb ſo liebenswerthe Eigenſchaften an dem weiblichen Geſchlechte ſind, als eine kindliche Gläubigkeit auch dem Unfaßbaren gegenüber, das bange Zaudern bei zweifelhaften Situationen, das Ebben und Fluthen der Gefühle, von denen ſie ſich nie Rechen⸗
ſchaft zu geben gelernt haben; daß der Duft der Poeſie
durch Abſtraction und handwerksmäßiges, logiſches Denken ganz und gar verwiſcht wird; daß ein ſicheres Gehen durch das Leben lange nicht ſo anſprechend iſt, als ein befangenes Taſten oder ein demüthiges Knien; daß ein allzumarkiges Erſtarken in ſich ſelbſt ungeſchickt


