dem jungen Diplomaten zu verſtändigen ſuchte, dünkten dem Profeſſor ein zu bedenklicher Verluſt ſeiner Zeit, als daß er nicht in eifrigen Studien das Verſäumte beizubringen bemüht geweſen wäre; auch ahnte er nicht, daß ein Mann von Geiſt, wie Gregor, unter der Laſt der Langeweile leiden könnte, einer Plage, der, ſeiner Meinung nach, nur Menſchen von geringen Fähigkeiten verfallen mußten.
Trägen Schrittes hatte heute Gregor alle offenen Zimmer und Gallerien durchſchritten, war, da er in denſelben durch nichts Ungewöhnliches gefeſſelt wurde, endlich auf den Schloßhof getreten, hatte ein paar Minuten fröſtelnd dem Fall des Waſſers zugeſehen, und war endlich, durch die Einfahrt ſchleichend, zu der Parkthüre gelangt, deren Broncegitter ſich mit ſcharfem Schrillen unter ſeiner Hand öffnete.
Das erſte ſchleierartige Frühlingskleid bedeckte die Erde. Zwei warme Nächte hatten die Knoſpen geſprengt, und das vorjährige welke Laub ſchien vor ſeinen berech⸗ tigten Nachfolgern ſich ſcheu unter die haſtig auftreiben⸗ den Anemonen und Frühgräſer zu verbergen. Die
Schwermuth war Gregor ſowohl zum Bedürfniß als
zur Fertigkeit geworden, und ſo konnte er auch heute beim Anblick der Blüten, Sonnenſtrahlen und des
raſcher pulſirenden Lebens nur an die Unruhe der ewi⸗


